Tag des Feuersalamanders: Gemeinsam gegen den „Salamanderfresser“

Foto: Daniel Zupanc

Am 3. September ist „Tag des Feuersalamanders“. An diesem Tag wurde vor 13 Jahren erstmals der hoch infektiöse Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), auch als „Salamanderfresser“ bekannt, nachgewiesen.

Für Salamander und Molche ist er neben dem Verlust ihres Lebensraums eine der größten Bedrohungen. „Bsal verursacht Wunden in der Haut, dem zentralen Stoffwechselorgan der Tiere. Vor allem für Feuersalamander endet eine Infektion meist tödlich“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Für Menschen ist der vermutlich aus Asien eingeschleppte Pilz ungefährlich. Gerade deswegen erhält diese Wildtierkrankheit weniger Aufmerksamkeit als sogenannte Zoonosen – Krankheiten, die auch auf den Menschen überspringen können. Eine aktuelle Studie unter Beteiligung des Tiergarten Schönbrunn fordert, auch reine Wildtierkrankheiten stärker in den Fokus zu rücken, um diese einzudämmen. Denn sie bedrohen nicht nur einzelne Arten, sondern die gesamte Artenvielfalt und das Funktionieren von Ökosystemen. 

Gerade anhand von Bsal ist erkennbar, dass es europaweit an länderübergreifender Koordination und finanziellen Ressourcen fehlt. In Belgien, den Niederlanden und Deutschland löschte Bsal bereits Teilpopulationen des Feuersalamanders aus. In Österreich und Luxemburg wurde der Pilz bislang nicht nachgewiesen. Dennoch besteht hier ein ähnlich hoher Überwachungsaufwand wie in Ländern, in denen der Pilz bereits vorkommt. „Die fortschreitende Ausbreitung des Pilzes lässt sich nur durch wiederholte Monitorings feststellen“, betont Projektleiterin Dr. Doris Preininger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiergarten Schönbrunn. Seit 2016 werden unter der Leitung des Tiergartens mithilfe österreichweiter Unterstützung Salamander und Molche in fast allen Bundesländern beprobt. Hautabstriche von Tieren aus der Wildbahn und aus Haltungen werden vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der VetMed ausgewertet. Preininger: „Wir plädieren für eine EU-weite, einheitliche Koordination, grenzübergreifende Schutzmaßnahmen und strukturelle finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung von Bsal.“

Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, eine Verschleppung des Pilzes zu verhindern. Rund um Wien leben die größten Feuersalamander-Populationen Österreichs. Wanderschuhe und andere Ausrüstung sollten nach Ausflügen gründlich gereinigt und getrocknet werden. Pflanzen und Tiere aus der Terraristik dürfen auf keinen Fall ausgesetzt werden, da sie den Erreger verbreiten können. Funde toter Salamander oder Molche, die eindeutig nicht überfahren wurden, sollten gemeldet werden. Bei Bsal zählt frühes Handeln, um infizierte Tiere noch behandeln und heilen zu können. Hat sich der Pilz erst verbreitet, ist seine Eindämmung in der Wildbahn fast unmöglich, da die Sporen auch ohne Wirt in feuchtem Substrat monatelang überleben.

Tipp: Die Ansprechpartner der verschiedenen österreichischen Bundesländer und weitere Informationen finden Sie unter www.zoovienna.at/media/uploads/dokumente/informationen_bsal.pdf


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