Ein Jahrhundert gelebte Nachbarschaft

Foto: Uwe Dröszler
Von Links: Dritter Landtagspräsident, Gerhard Schmid (SPÖ); Bezirksvorsteherin-Stellvertreter, Marcel Höckner (SPÖ); Obmann Siedlerverein Lainz-Speising, Edwin Scherzer; Bezirksvorsteher-Stellvertreter a.D., Reinhard Feistritzer (SPÖ); Bezirksvorsteher Meidling, Wilfried Zankl (SPÖ); Bezirksrätin, Helga Baumann (SPÖ)
In den frühen 1920er-Jahren, entstand in Wien ein starkes Bedürfnis nach leistbarem Wohnraum. Die Stadt wuchs, die Wohnungsnot war groß, und viele Menschen suchten nach stabilen Lebensbedingungen nach den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs. In dieser Zeit entstand die Siedlung Lainz-Speising. Die letzten Siedlungshäuser wurden 1926 bezogen. Getragen von der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Altmannsdorf?Hetzendorf, die die Anlage bis heute im Baurecht verwaltet.
Die Idee war damals revolutionär: Familien sollten nicht nur ein Dach über dem Kopf bekommen, sondern selbstbestimmt wohnen. Es wurden 90 Doppelhäuser mit eigenen Gemüsegärten gebaut, um die Selbstversorgung zu erhöhen. Die Siedlung wurde zu einem Modellprojekt des frühen genossenschaftlichen Wohnbaus. Ein Ort, an dem Wohnen und Gemeinschaft untrennbar miteinander verbunden waren.
Zur Siedlung Lainz-Speising gehören die Häuser entlang der Ebersberg- u. Dvorakgasse, dem Paoli- u. Neukommweg, sowie der Trabertgasse, dem Leitenwaldplatz und der Hochmaisgasse. Sie zeigt auch hundert Jahre später, dass der gemeinnützige Wohnbau ein unverzichtbarer Bestandteil der Wiener Lebensqualität ist. „Während in vielen europäischen Städten die Mieten explodieren, sorgt das genossenschaftliche Modell dafür, dass Wohnen in Wien leistbar, sicher und sozial ausgewogen bleibt.“, hebt Vize-Bezirksvorsteher Marcel Höckner (SPÖ), die Vorteile hervor. Weiters: „Die Siedlerinnen und Siedler profitieren nicht nur von stabilen Mietpreisen, sondern auch von einer Struktur, die langfristige Planung, nachhaltige Sanierungen und soziale Verantwortung ermöglicht.“ Gemeinnützige Bauträger wie Altmannsdorf?Hetzendorf arbeiten nicht gewinnorientiert, sondern sorgen für langfristigen und leistbaren Wohnraum.
Besonders für die Siedlung ist die starke Gemeinschaft, die sie seit Beginn an prägt. Viele Familien leben seit Generationen hier, man kennt einander, man hilft einander, und man gestaltet das Zusammenleben aktiv mit. Ob gemeinschaftliche Gartenarbeit oder gegenseitige Unterstützung im Alltag, die Siedlerinnen und Siedler halten zusammen.
Dies sieht auch der Vorsitzende des Anlagenausschusses Edwin Scherzer so „Mein ‚danke schön‘ gilt meinem Team und dem Anlagenausschuss, beide tragen dazu bei, dass der Informationsaustausch lösungsorientiert abläuft und die Vorgänge in unserer Siedlungsanlage gut funktionieren. Durch dieses gemeinsame Agieren halten wir die Werte hoch, welche die Gründergeneration geschaffen und vorgelebt hat.“
Ein weiterer Meilenstein für Lainz aber natürlich auch für den gesamten Bezirk ist die Modernisierung des Krankenhauses Hietzing. „Die umfassende Erneuerung und die langfristige Sicherung des Standortes stärken nicht nur die medizinische Versorgung im Westen Wiens, sondern werten auch das Umfeld der Siedlung weiter auf.“, zeigt sich Marcel Höckner erfreut über die Zukunft des Grätzls.
Abschließend stimmen Edwin Scherzer und Marcel Höckner überein, „diese Standortvorteile sind die beste Voraussetzung für den Start in die nächsten 100 Jahre! „Auf die Siedlungsanlage „Lainz-Speising“ können wir mit Recht stolz sein!“



