Villa Joly
Haus für die Familie des Korvettenkapitäns Victor von Joly.
Das für die dreiköpfige Familie eines ehemaligen k. k. Marineoffiziers, des Korvettenkapitäns Victor von Joly, errichtete Haus mag vom Bauvolumen her durchaus nicht die bedeutendste Arbeit L. Bauers sein; Einblick in das architektonische Denken des Otto Wagner-Schülers, der nicht nur durch seine Bauwerke Bedeutung erlangte, sondern auch wichtige Essays zu Architektur und Sozialpolitik verfaßte, kann es aber dennoch geben.
Seine Auffassungen vom Bauen wandelten sich des öfteren. Nachdem er sich vom Jugendstil und Otto Wagner losgesagt hatte, verschrieb er sich keinem speziellen Stil, vielmehr wurde er Anhänger einer Art von „architektonischem Darwinismus“, d. h., er hielt die Formen und ästhetischen Prinzipien, welche sich im Laufe der Zeit immer wieder als zweckmäßig erwiesen hatten, eines Fortbestandes und einer Entwicklung für fähig. Seine Bauten wirken bisweilen wie aus einer Vielfalt von Gestaltungselementen zusammengesetzt.
Auch an der vorliegenden Villa wird dieses Prinzip offenbar, obwohl hier ein starker Wille zur Ganzheitlichkeit spürbar ist.
1995 wurden zwei Drittel der Dachterrasse überbaut. Die so entstandenen hellen Räume dienen als Galerie für einen Kunstverlag. [...]