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Auf nach Spanien: Schönbrunner Waldrappe werden ausgewildert

Foto: Daniel Zupanc

Für zwei Waldrappe aus dem Tiergarten Schönbrunn ging es vergangene Woche hoch hinaus: Sie wurden per Flugzeug nach Spanien gebracht, wo sie im Rahmen des Projecte Ibis Ermità ausgewildert werden.

Die neue Heimat der Tiere liegt im „Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà“ in Katalonien. „Die beiden Schönbrunner Waldrappe werden Teil der ersten wildlebenden, sesshaften Waldrapp-Kolonie in der Region sein. Ein bedeutender Meilenstein für diese stark gefährdete Vogelart. Wir sind sehr stolz, hier einen wichtigen Beitrag leisten zu können“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Derzeit sind die Vögel noch in einer Auswilderungsvoliere, wo sie sich in Ruhe an die Umgebung und ihre Artgenossen gewöhnen können. Insgesamt werden im Rahmen des Projekts vor dem Sommer die ersten 30 Waldrappe aus Zoos ausgewildert. Das Projekt in Katalonien steckt noch in den Kinderschuhen. Weiter südwestlich, in Andalusien, war die Ansiedlung einer sesshaften Waldrapp-Kolonie bereits erfolgreich.

Im 17. Jahrhundert wurde der Waldrapp in Europa durch den Menschen ausgerottet. Er ist ein Zugvogel, der in Mitteleuropa nicht eigenständig überwintern kann und seine Flugroute in das Überwinterungsgebiet daher innerhalb des ersten Lebensjahres erlernen muss. Mit dem letzten in der Wildbahn lebenden Waldrapp in Europa ging diese Zugtradition jedoch verloren. Im Rahmen eines vom Tiergarten koordinierten EU LIFE-Projekts werden daher Waldrappe, die in Zoos geschlüpft sind, mittels menschengeführter Migration in ein Wintergebiet in Spanien geführt und erlernen so wieder die Flugroute. In Spanien finden die Waldrappe aber das ganze Jahr über ausreichend Futter, weshalb auch sesshafte Kolonien möglich sind. „Zoos spielen beim Erhalt von Tierarten eine zentrale Rolle, weil sie stabile Reservepopulationen aufbauen können. Das ist die Voraussetzung, dass Auswilderungsprojekte wie dieses in Spanien überhaupt möglich sind“, erklärt Dr. Eveline Dungl, zuständige zoologische Abteilungsleiterin.


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