Kinder dürfen nicht als Waffe eingesetzt werden

Jugend Eine Welt zum „Red Hand Day“, dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Foto: Jugend Eine Welt

Kinder dürfen nicht als Waffe eingesetzt werden

11.02.2022

Sie sind Opfer und Täter zugleich: Jene Kinder, die von Erwachsenen in Kriege und gewaltsame Konflikte hineingezogen und dazu gezwungen werden, als Kindersoldaten zu kämpfen. „Für Kinder, die in einer der aktuellen Konfliktregionen der Welt leben, ist das Risiko, von einer der daran beteiligten bewaffneten Gruppen rekrutiert zu werden, zuletzt immer größer geworden“, berichtet Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt, anlässlich des bevorstehenden „Red Hand Day“, dem Welttag gegen den Einsatz von KindersoldatInnen am 12. Februar.


Im jüngst veröffentlichten jährlichen Bericht der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs „Kinder und bewaffnete Konflikte“ wird festgestellt, dass das Jahr 2021 von einer anhaltend hohen Zahl an schweren Verstößen gegen Kinder gekennzeichnet war. Die Tötung und Verstümmelung von Kindern steht dabei an der Spitze, gefolgt von der Rekrutierung und dem Einsatz von Kindern. In mindestens 20 Ländern auf der ganzen Welt werden immer wieder Mädchen und Burschen als Soldaten, Aufpasser, Träger, Spione, Köche oder Sexsklaven rekrutiert. Minderjährige werden etwa nach Überfällen auf Schulen entführt oder gerade in von enormer Armut geprägten Krisenregionen gezielt angeworben.


Zu den Staaten, in denen Kinder besonders gefährdet sind in bewaffnete Konflikte zu geraten, zählen weiter Afghanistan, der Irak, Syrien, der Jemen, Myanmar, die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, der Sudan und Südsudan, der Tschad, Mali, Somalia und Kolumbien. In den vergangenen 25 Jahren haben sich zwar sehr viele Länder dazu verpflichtet, Maßnahmen zu setzen, um Kinder zu schützen. Dabei gebe es auch, so heißt es bei der UNO, durchaus erfreuliche Entwicklungen. Doch die bisher erzielten Fortschritte seien insgesamt jedoch viel zu langsam. Dabei haben im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) praktisch alle Länder der Welt versprochen, den Einsatz von Kindersoldaten als eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 völlig zu beenden.

Rehabilitation
„Wichtig ist auch Betreuung und Rehabilitation ehemaliger KindersoldatInnen“, hält Heiserer fest. Jugend Eine Welt unterstützt etwa seit langem das Kinderschutzzentrum „Ciudad Don Bosco“ im kolumbianischen Medellín, wo unter anderem ein Heim für ehemalige KindersoldatInnen eingerichtet ist. In Kolumbien sollte mit dem 2016 abgeschlossenen Friedensabkommen mit der Guerillagruppe FARC-EP die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen ein Ende gefunden haben. In den zwanzig Jahren davor soll nach jüngsten Erhebungen der dortigen Justiz allein diese Gruppe über 18.000 Burschen und Mädchen rekrutiert haben (was bestritten wird - vielmehr hätten die Kindern sich ihnen freiwillig angeschlossen).

Im Land sorgen jedoch verbliebene Rebellengruppierungen (Reste der FARC sowie der ELN) – vielfach in Drogengeschäfte involviert – weiter für Übergriffe auf Kinder. „Diese sind leichte Beute für illegale Untergrundorganisationen, jeden Tag rekrutieren sie wieder Minderjährige, die für sie die gefährliche Drecksarbeit erledigen“, berichtete Pater Juan Manuel, Direktor der „Ciudad Don Bosco“, der vor kurzem Jugend Eine Welt in Wien besuchte. Rund 60 ehemalige in die Fänge solcher Gruppe geratene junge Erwachsene werden derzeit in einem eigens dafür errichteten Bereich in der Ciudad betreut, erhalten psychologische Hilfe und auch eine Berufsausbildung. Es ist nicht leicht und ein mitunter langwieriger Prozess, diese jungen Menschen nach all ihren erlebten Traumata wieder in ein selbständiges Leben zu führen.

„Jugend Eine Welt versucht mit seinen Don Bosco-Partnern an verschiedenen sozialen Brennpunkten der Welt ehemaligen KindersoldatInnen auf ihrem Weg in eine halbwegs lebenswürdige Zukunft zu helfen“, so Reinhard Heiserer. Für den diesjährigen „Red Hand Day“ gilt jedenfalls die Botschaft: Kinder dürfen nicht als Waffe eingesetzt werden!


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