Substanzielle Erhöhung von Entwicklungshilfeleistungen nötig

GF Heiserer appelliert an Bundesregierung: „Drastische Auswirkungen von Klimawandel, Hungersnöten, kriegerischen Konflikten und Corona-Pandemie erfordern mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit.“

Foto: JEW

Substanzielle Erhöhung von Entwicklungshilfeleistungen nötig

18.10.2022

„Die österreichische Bundesregierung ist aufgerufen, die Mittel für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit – wie im Regierungsprogramm vorgesehen - im kommenden Budget 2023 - substanziell zu erhöhen und zwar in Richtung des international vereinbarten Ziels, nämlich 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfeleistungen zur Verfügung zu stellen“, appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, im Vorfeld der Budgetlesung am kommenden Mittwoch (12. Oktober 2022). „Die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sind augenscheinlich, Hungersnöte und kriegerische Konflikte, wie zum Beispiel in Äthiopien, dazu die steigende Armut vor allem im Globalen Süden und die Folgen der Corona-Pandemie – all diese multiplen Krisen verstärken sich gegenseitig und haben vor allem auf Menschen, die bereits jetzt in Armut leben, dramatische Auswirkungen. Nur mit einer angemessenen Erhöhung von Entwicklungshilfeleistungen ist es möglich, multiplen Krisen frühzeitig entgegenzusteuern, sie einzudämmen bzw. abzufedern. Jeder Mensch hat schließlich ein Recht auf ein Leben in Würde“, so Heiserer.

Äthiopien als Beispiel
Wie sehr die Folgen von multiplen Krisen die Menschen im Globalen Süden treffen, bekommt Jugend Eine Welt tagtäglich aufgrund von Berichten von ProjektpartnerInnen vor Ort vor Augen geführt. Heiserer nennt als Beispiel Äthiopien. „Ich hatte erst vor wenigen Tagen ein Gespräch mit einer Ordensschwester aus der Bürgerkriegsregion Tigray. Sie weinte, als sie mir von den dortigen Erlebnissen und Vorkommnissen erzählte“, so der Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. Die Bevölkerung in Tigray ist seit zwei Jahren praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Es fehlt an Grundnahrungsmitteln wie Mehl oder Speiseöl. Die Menschen hungern, ein Großteil der Kinder ist unterernährt. „Die zuletzt erfolgte Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds und die dadurch ermöglichte zusätzliche Humanitäre Hilfe für betroffene Länder war ein Schritt in die richtige Richtung. Für das kommende Budget gilt es jetzt die Dotierung der Mittel inflationsangepasst beizubehalten“, wendet sich Heiserer an die österreichische Bundesregierung und verweist im Zuge dessen auch auf den rund um den Welternährungstag (16. Oktober) erscheinenden neuen Welthunger-Index. „Die Corona-Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit. Aufgrund der vorherrschenden multiplen Krisen ist davon auszugehen, dass in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der hungernden Menschen weiter angestiegen ist“, so Heiserer.

Kein Lernen mit leerem Magen
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt setzt sich unter dem Leitgedanken „Bildung überwindet Armut“ seit ihrer Gründung vor 25 Jahren weltweit für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. Schulen, Berufsausbildungseinrichtungen, Sozialzentren und Straßenkinder-Programme in Asien, Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Osteuropa werden etwa unterstützt. Viele Projekte beinhalten auch das Angebot von täglichen kostenlosen Mahlzeiten, die für die Eltern der Kinder sonst nicht leistbar wären. „Dank der großzügigen Unterstützung von Zotter-Schokolade erhalten auf Madagaskar 770 Schulkinder an einem Don Bosco-Standort täglich ein warmes Mittagessen“, nennt Heiserer die Initiative „Schokolade macht Schule“ (50 Cent pro verkaufter Tafel „SchokoBanane“ von Zotter fließen in ein Bildungsprojekt auf Madagaskar), als ein Beispiel vieler Projekte, die verhindern, dass Kinder mit leerem Magen lernen müssen. „Langfristige Entwicklungszusammenarbeit, zum Beispiel Investitionen in qualitätsvolle Schulbildung, Umweltschutz oder die Förderung nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion, kann Krisen vorbeugen. Die substanzielle Erhöhung von Entwicklungshilfeleistungen durch die österreichische Bundesregierung ist daher dringend nötig“, schließt Heiserer.


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