Nothilfe für Tigray trotz Aufflammen des Bürgerkriegs aufrecht

GF Heiserer: „Projektpartner berichten von einer unsicheren Lage seit zwei Tagen.“ | Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern | Hälfte der Bevölkerung in betroffenen Regionen leidet an Nahrungsmangel

Foto: JEW

Nothilfe für Tigray trotz Aufflammen des Bürgerkriegs aufrecht

06.09.2022

Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer reagiert mit großer Sorge auf den wieder aufgeflammten Konflikt in der äthiopischen Krisenregion Tigray. „Nach mehreren Monaten des Waffenstillstands berichten unsere Projektpartner vor Ort von einer unsicheren Lage seit zwei Tagen. Sie versuchen natürlich weiterhin die gemeinsame Nothilfe aufrechtzuerhalten. Gestern konnten in der Kleinstadt Kobo, an der Grenze zur Tigray-Region, dringend benötige Lebensmittel wie Mehl oder Speiseöl verteilt werden. Heute folgt eine zweite Verteilaktion, diesmal von Hilfsgütern wie Vitaminpräparaten oder Hygieneartikeln.“ Unterdessen ist ein weiterer Hilfstransport von der Hauptstadt Addis Abeba aus in die nördlich gelegene Bürgerkriegsregion Tigray unterwegs. „Unsere Projektpartner warten aktuell in Semera, an der Grenze zu der von der „Volksbefreiungsfront von Tigray“ (TPLF) kontrollierten Region, auf die Einfahrtsgenehmigung“, erzählt Heiserer.

Verheerende Auswirkungen auf Bevölkerung
Die Kämpfe in Tigray und den benachbarten Regionen Afar und Amhara haben bislang Millionen von Menschen gezwungen ihr Zuhause zu verlassen. Tausende Zivilisten wurden getötet. Laut eines Berichts des Welternährungsprogramms (WFP) leidet aufgrund des zweijährigen Konflikts zwischen der Regierung Äthiopiens und der „Volksbefreiungsfront von Tigray“ (TPLF) mittlerweile fast die Hälfte der Bevölkerung in den betroffenen Regionen an Nahrungsmangel. Jede zweite schwangere oder stillende Frau ist unterernährt, wie auch ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren. „Die seit Monaten extreme Trockenheit kombiniert mit großen Versorgungsproblemen macht die Situation dramatisch. Aufgrund der großen Knappheit und der immensen Inflation kostet ein Kilogramm Mehl mittlerweile 140 Äthiopische Birr, das sind umgerechnet über 2,5 Euro. Zum Vergleich: In Österreich kostet ein Kilogramm Mehl rund die Hälfte“, skizziert Heiserer. Verschärfend hinzu kommt der Mangel an Treibstoff. Laut den Vereinten Nationen sind seit April nur 1,7 Millionen Liter Treibstoff in die Region Tigray gelangt. Dies entspricht weniger als 20 Prozent des monatlichen Bedarfs an humanitärer Hilfe in der Region, sofern alle Lieferungen eingetroffen wären. „Unsere Gedanken sind bei unseren langjährigen Partnern vor Ort, die tagtäglich ihr Leben riskieren, um die dramatische Situation der notleidenden Bevölkerung in Tigray und den benachbarten Regionen zu verbessern. Hoffentlich stabilisiert sich die Lage wieder. Bitte helfen Sie den Menschen mit einer Spende“, so Heiserer abschließend.

Langjährige Unterstützung vor Ort
Jugend Eine Welt ist seit vielen Jahren in der Provinz Tigray tätig und führte in Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos die Ausbildung von SolartechnikerInnen und Solartechnikern in vier berufsbildenden Don Bosco-Einrichtungen ein. Mit Unterstützung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und privaten Gebern baute Jugend Eine Welt Werkstätten auf und unterstützte die Ausarbeitung nötiger Unterrichtsmaterialien. Mit Ausbruch des Bürgerkriegs stoppte die Ausbildung abrupt, die Werkstätten stehen still. Die vorhandene Infrastruktur wird teilweise für Hilfsangebote genützt. So bieten die Salesianer Don Boscos den Menschen Wasser aus den Brunnen zur Abfüllung an und backen in ihren Einrichtungen, sofern Mehl verfügbar ist, dringend benötigtes Brot. Die Fortdauer des Bürgerkriegs macht dies allerdings immer schwieriger. Wie alle harrten die Projektpartner bis heute aus und hoffen auf baldigen Frieden und Versorgung der leidenden Bevölkerung.


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