Vom Chamäleon bis zum Panda: Inventur im Tiergarten Schönbrunn

Foto: Daniel Zupanc
Von den winzigen Nguru-Zwergchamäleons bis hin zu den Großen Pandas: Einmal jährlich wird im Tiergarten Schönbrunn eine Bestandsaufnahme aller tierischen Bewohner durchgeführt.
iese ist wichtig, um Bilanz ziehen zu können, wie viele Tiere, Arten und Haustierrassen im Tiergarten leben. Das Zählen mit dem Klemmbrett ist dabei rein symbolisch. In den einzelnen Revieren werden das ganze Jahr über detaillierte Listen zum Tierbestand geführt. Für die Inventur werden diese Daten in einer speziellen Tierbestandliste, dem sogenannten Institutional Collection Plan (ICP), zusammengetragen und ausgewertet. „Der ICP ist ein wichtiges Werkzeug jedes wissenschaftlich geführten Zoos. Jede Tierart erfüllt bestimmte Kriterien: Sie kann stark gefährdet sein, einen hohen edukativen Wert haben, mit Artenschutz- oder Forschungsprojekten verknüpft sein oder als Flaggschiffart einen ganzen Lebensraum repräsentieren. Der ICP hilft uns, unseren Tierbestand langfristig zu entwickeln“, erläutert Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Im ICP ist außerdem festgehalten, ob es für die Tierart ein Erhaltungszuchtprogramm gibt und welchen Gefährdungsstatus sie laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN und laut der Roten Liste Österreich aufweist.
Die aktuelle Inventur zeigt: Im Tiergarten leben 6.239 Tiere aus 502 verschiedenen Arten und Haustierrassen. Darunter befinden sich mehrere Neuzugänge, etwa die von der Ausrottung bedrohten Onager, das Große Panda-Paar und die bedrohten Goldtakine. Neu hinzugekommen sind außerdem stark gefährdete Psychedelische Felsengeckos, die – wie manche andere Arten – für die wichtige Erhaltungszucht ausschließlich hinter den Kulissen gehalten werden. „Unser Tierbestand ändert sich immer wieder, etwa, wenn Anlagen umgebaut oder neu konzipiert werden. Dabei kommen neue Arten dazu, andere werden abgegeben“, so Rupert Kainradl, MSc, zoologischer Abteilungsleiter. Ganz besonders dürfen Besucherinnen und Besucher auf das Regenwaldhaus gespannt sein, das mit neuem Konzept und neuen Arten für den bedrohten Regenwald sensibilisieren soll. Mit dem im Vorjahr eröffneten Artenschutzhaus wurden zahlreiche beschlagnahmte Arten erstmals vor den Vorhang geholt, die bis dahin hinter den Kulissen gehalten wurden. Hier machen besondere Zuchterfolge die Bemühungen des Tiergartens in der Erhaltungszucht sichtbar: Bei den Vosseler-Zweihornchamäleons, den Nguru-Zwergchamäleons und weiteren Chamäleonarten wurde mittlerweile die sogenannte F2-Generation erreicht. Das bedeutet, dass die erste Generation an Chamäleons, die im Tiergarten geschlüpft ist, selbst erfolgreich für Nachwuchs gesorgt hat – ein wichtiger Schritt für den langfristigen Erhalt dieser Arten.
Das Ergebnis der tierischen Inventur im Detail:
Wirbeltiere 382 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 5552 Individuen
Säugetiere 82 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 621 Individuen
Vögel 61 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 677 Individuen
Reptilien 77 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 801 Individuen
Amphibien 27 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 611 Individuen
Fische 135 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 2842 Individuen
Wirbellose - Quallen, Insekten, Korallen, etc. 120 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 687 Individuen
Bestand gesamt 502 (Arten - inkl. Haustierrassen) / 6239 Individuen



