Asthma und Allergien – warum frühe Abklärung so wichtig ist

Atemnot beim Stiegensteigen? Nächtlicher Husten? Viele bemerken gar nicht, dass dahinter Asthma oder eine Allergie steckt. Dr. Melina Gulesserian erklärt, warum frühe Tests so wichtig sind – und wie einfach die Diagnose oft ist. Ein Artikel, der Klarheit schafft und Mut macht.
Asthma und Allergien gehören zu den häufigsten Atemwegserkrankungen – auch in Hietzing. Viele Menschen merken lange nicht, dass sie betroffen sind. „Die meisten kommen zu mir, weil sie immer wieder husten oder sich beim Sport schwerer tun als früher – und sind überrascht, dass dahinter ein Asthma stecken kann“, erzählt Dr. Melina Gulesserian, Internistin und Lungenfachärztin in Hietzing.
Typisch ist, dass Beschwerden oft als „Allergie“, „Infekt“ oder schlicht „Stress“ abgetan werden. Dabei lohnt sich eine rasche Abklärung.
Asthma zeigt sich nicht immer plötzlich oder dramatisch. Häufig beginnt es leise:
- Atemnot bei Belastung
- Husten – vor allem nachts oder morgens
- wiederkehrende Atemwegsinfekte
- pfeifende Atmung oder Brustenge
„Wenn jemand sagt, er hat jeden Winter drei oder vier Infekte, werde ich hellhörig. Das ist oft ein Zeichen, dass die Lunge Unterstützung braucht“, erklärt Dr. Gulesserian.
Eine Lungenfunktionsmessung dauert nur rund fünf Minuten. „Viele sind überrascht, wie rasch sie Klarheit haben. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und zeigt sofort, ob die Bronchien verengt sind“, sagt sie. Zusätzlich kann ein Bluttest Hinweise auf Allergien geben. Die Ergebnisse liegen meist schnell vor. „Und wenn etwas untypisch wirkt oder besonders komplex ist, überweise ich ins Allergieambulatorium – damit wir wirklich ein vollständiges Bild bekommen“, betont sie.
Die wichtigste Behandlung bei Asthma ist neben dem bronchienerweiternden Medikament das inhalatives Kortison. Viele Patienten haben davor Respekt. „Ich verstehe die Sorge – aber beim inhalativen Kortison ist sie meistens unbegründet. Es wirkt direkt dort, wo es soll: in der Lunge. Die Menge ist minimal, die Nebenwirkungen sehr gering“, sagt Dr. Gulesserian beruhigend.
Der Nutzen hingegen ist groß: deutlich weniger Beschwerden, ein normales Alltagsleben und ein viel geringeres Risiko für schwere Anfälle.
Allergien können die Beschwerden verstärken. Hier helfen Bluttests, um Auslöser zu finden – von Pollen bis Hausstaub. Ergänzend empfiehlt Dr. Gulesserian einfache Maßnahmen:
- Pollenbeobachtung im Alltag
- regelmäßiges Lüften zu günstigen Zeiten sowie Hausstaubmilbensanierung
- antiallergische Medikamente
- in passenden Fällen auch eine Hyposensibilisierung
„Ein Symptom-Tagebuch hilft vielen enorm – man sieht plötzlich Zusammenhänge, die davor verborgen waren“, ergänzt sie.
Asthma und Allergien sind gut behandelbar – wenn man sie früh erkennt. „Ich wünsche mir, dass Menschen schneller zu uns kommen. Viele quälen sich über Monate oder Jahre, obwohl eine Diagnose in Minuten gestellt werden kann“, sagt Dr. Gulesserian.
Wer Atemnot, Husten oder häufige Infekte bemerkt, sollte diese Signale ernst nehmen. Eine ausführlichen Anamnese in Kombination mit einem kurzen Test kann sehr viel Klarheit bringen – und den Alltag spürbar erleichtern.
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