Jugend Eine Welt: Hilfeschrei aus Pakistan

Österreichs Hilfsorganisation bittet um Spenden für die Opfer der katastrophalen Überschwemmungen | GF Heiserer: „Ihr Zuhause wurde buchstäblich weggespült.“

Jugend Eine Welt: Hilfeschrei aus Pakistan

19.09.2022

„Wir brauchen dringend humanitäre Unterstützung“, so lautet der Hilfeschrei von Pater Noble Lal, Rektor des Don Bosco Technical & Youth Center der Salesianer Don Boscos in Lahore, der Jugend Eine Welt aus Pakistan erreichte. „Der Großteil der Familien bei uns in der Region hat aufgrund der katastrophalen Überschwemmungen sein Zuhause verloren und kein Dach mehr über dem Kopf. Es mangelt praktisch an allem: Wir benötigen Zelte, wärmende Decken, aber auch sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel sowie Medikamente und Hygieneprodukte“, bittet Lal.

Nach den schwersten Regenfällen seit 3 Jahrzehnten steht laut offiziellen Informationen rund ein Drittel Pakistans unter Wasser. 33 Millionen Menschen, darunter geschätzt 16 Millionen Kinder, sind betroffen. Besonders kritisch ist die Lage in den Provinzen Belutschistan, Khyber Pakhtunkwa, Punjab sowie Sindh. Zahlreiche Flüsse überschwemmten in den vergangenen Tagen das umliegende Land, Dämme hielten den historischen Wassermassen nicht stand und rissen neben zigtausenden Häusern auch Straßen und Brücken sowie wichtige öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Schulen, mit sich. Die pakistanische Regierung hat den Notstand ausgerufen. 80 Bezirke sind praktisch zerstört. „Die Menschen in Pakistan sind jetzt auf unsere Hilfe angewiesen und benötigen diese so schnell wie möglich. Ihr Zuhause wurde buchstäblich weggespült“, schildert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. „Wir bekommen Berichte, dass die Fluten in den betroffenen Provinzen fast 300.000 Häuser vollständig und über 650.000 teilweise zerstört haben. Darüber hinaus funktioniert ein Drittel der Wasserversorgung nicht mehr. Es gibt kein sauberes Trinkwasser, die Abwassersysteme sind kollabiert.“ Das Risiko von Krankheitsausbrüchen steigt folglich massiv. Die Menschen in Pakistan leiden bereits unter Durchfall, Atemwegsinfektionen und Hautkrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor der Ausbreitung von Cholera, Dengue-Fieber und Malaria. Laut UNICEF-Statistik wiesen 40 Prozent der Kinder schon vor den Überschwemmungen eine chronische Mangelernährung auf. Fehlende Nahrungsmittel und die schlechte hygienische Situation verschlimmern ihre besorgniserregende Lage nun zunehmend.

Die Salesianer Don Boscos, Projektpartner von Jugend Eine Welt, sind in Pakistan an zwei Standorten tätig. In Lahore betreiben sie seit 2002 ein Don Bosco-Berufsbildungszentrum, in dem benachteiligte Jugendliche eine professionelle Ausbildung in den Bereichen Elektrik, Sanitär, Metall- und Holzverarbeitung erhalten. Das Zentrum in Quetta umfasst eine Grund- und Sekundarschule für Mädchen und Buben sowie ein Mädchenwohnheim. „Unsere Einrichtungen in Quetta wurden durch einen Erdrusch massiv beschädigt und sind praktisch nicht mehr zu gebrauchen“, beschreibt Lal die aktuelle Situation vor Ort. „Oberste Priorität hat jetzt aber schnelle Hilfe für Betroffene. Viele Familien, aktuelle und ehemalige SchülerInnen sowie Menschen, die in der Region leben, melden sich bei uns und bitten um Unterstützung. Viele haben nicht nur ihr Zuhause verloren, sondern auch ihre Nutztiere wie Ziegen oder Hühner. Sie stehen vor dem Nichts.“

Neben dem humanitären Leid, welches die Bevölkerung Pakistans derzeit ertragen muss, sind auch die langfristigen Folgen der Überschwemmungen dramatisch. Die landesweit zerstörten Ernten gefährden die Zukunft unzähliger Familien. Die oftmals nicht mehr nutzbaren Bildungseinrichtungen bedeuten für die Kinder und Jugendlichen, dass sie, nach zwei Jahren Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schulschließungen, nun erneut auf unbestimmte Zeit nicht mehr in die Schule gehen können. In Anbetracht der landesweiten Alphabetisierungsrate von nur 58 Prozent fatal. „Die Flutkatastrophe trifft die Bildungschancen der pakistanischen Kinder und Jugendlichen mit voller Wucht. Viele werden künftig gezwungen sein arbeiten zu gehen, um ihrer Familie das Überleben zu sichern. Kinderarbeit wird - trotz offiziellen Verbots - nun leider wieder steigen“, befürchtet Heiserer. Darüber hinaus sind Mädchen in Pakistan oft Gewalt ausgesetzt und müssen eine Zwangsheirat über sich ergehen lassen. „Eine Schulbildung ist für sie der einzige Ausweg ein Leben in Würde zu führen und die drohende Armut zu überwinden“, schließt Heiserer mit der Bitte um Spenden für die Millionen Betroffenen in Pakistan.


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