JEW bildet Jugendliche in Afrika und Indien zu SolartechnikerInnen aus

GF Heiserer im Vorfeld des World Youth Skills Day: „Nachhaltige Berufsausbildung schafft Zukunftsperspektive und verhindert Armut.“

Foto: Jugend Eine Welt

JEW bildet Jugendliche in Afrika und Indien zu SolartechnikerInnen aus

12.07.2022

„Bildungsmangel hat immer schlimme Folgen. Ohne entsprechende Schul- und Berufsausbildung fehlt Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Zukunftsperspektive, sondern auch die Lebensgrundlage. Sie müssen in Armut leben und werden oft ausgebeutet“, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, im Vorfeld des „World Youth Skills Day“, dem „Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen“ (15. Juli 2022). Dieser wurde 2014 von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ins Leben gerufen und soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Kompetenzentwicklung Jugendlicher unter anderem für die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung ist.

Jugend Eine Welt fördert seit mittlerweile 25 Jahren Schul- und Berufsausbildungsprojekte im Globalen Süden unter dem Motto „Bildung überwindet Armut“. Beispielgebend sind u.a. Solartechnik-Kurse in Indien und Äthiopien bzw. Uganda, die sich dank der Berufsbildungskompetenz der Don Bosco-Projektpartner vor Ort und mit der Unterstützung aus Österreich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelten.

Investitionen in die Zukunft
„Zwei Drittel der Bevölkerung Äthiopiens sind nicht an das Stromnetz angeschlossen. Wir sprechen somit von mehr als 70 Millionen Menschen, die ohne Elektrizität leben und ohne elektrische Haushaltsgeräte, wie einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine, auskommen müssen“, erzählt Brother John Ngigi Njunguna, SDB, bei seinem Besuch in Wien. Der gebürtige Kenianer fungiert derzeit als Vize-Direktor von Don Bosco Tech Africa (DBTA) in Nairobi, der Koordinierungsstelle von 110 Berufsbildungszentren in 34 afrikanischen Ländern.

Solartechnik-Ausbildung bietet Starthilfe
Jugend Eine Welt setzt sich seit der Gründung 1997 besonders für die Jugend Äthiopiens ein. Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen wird eine gute Schulbildung und qualitativ hochwertige Berufsausbildung ermöglicht, damit sie die Chance auf ein selbstgestaltetes und gelungenes Leben erhalten. Bei den Ausbildungsprogrammen legt Jugend Eine Welt gemeinsam mit den Projektpartnern vor Ort den zentralen Fokus auf den Umweltbereich. Im Zuge des „Greening TVET Progamm“ werden Jugendliche ab 14 Jahren auf den Einsatz von erneuerbarer Energie, vor allem im Bereich der Solartechnik (Photovoltaik), ausgebildet. „Studien besagen, dass in fünf bis zehn Jahren jeder Job im technischen Bereich einen Umwelt-Aspekt beinhalten wird. Mit unseren Berufsausbildungsprogrammen, zum Beispiel für Solartechnik, investieren wir in die Zukunft, geben den Jugendlichen eine Chance in ihrer Heimat einen Arbeitsplatz zu finden und leisten somit Starthilfe für ein späteres Leben in Würde. Gleichzeitig können immer teurer werdende Stromkosten reduziert und, mit dem Einsatz von erneuerbarer Energie, der Klimawandel gebremst werden“, so Heiserer.

Wichtige Überzeugungsarbeit
Rund 250 StudentInnen haben in Äthiopien bereits die dreijährige Ausbildung zu SolartechnikerInnen absolviert. Über 900 Jugendliche erwarben an den sechs Standorten - in Adwa und Mekelle in der Krisenregion Tigray, in Dilla und Gambella sowie in Addis Abeba im Bosco Children-Kinderschutzzentrum und der Berufsschule Mekanissa – Grundlagen in einem Kurz-Qualifizierungskurs. „Die Bevölkerung in Äthiopien ist sehr skeptisch über den Einsatz von Solar-Energie. Oft herrscht die Meinung, dass diese Art von Energiegewinnung für den Haushalt nicht geeignet ist. Es braucht daher Überzeugungsarbeit. Unsere gut ausgebildeten SolartechnikerInnen wissen, wie Solar-Energie funktioniert, können somit Vorbehalte entkräften und positive Stimmung erzeugen“, weiß John Ngigi Njunguna.

Senior Experts unterstützen den Aufbau von Youth Skills
Einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Jugendlichen leisten die Senior Experts von Jugend Eine Welt. Ausgestattet mit viel Berufs- und Lebenserfahrung geben die von Jugend Eine Welt entsendeten Freiwilligen vor Ort an den Don Bosco-Standorten ihr Fachwissen weiter und helfen beim Aufbau der Lehrgänge. Das Senior Experts-Programm blickt mittlerweile auf ein 5-jähriges Bestehen zurück und richtet sich an Menschen ab 35 Jahren, die im Rahmen einer mehrmonatigen Auszeit oder eines Sabbaticals Freiwilligeneinsätze absolvieren. Zudem gehen häufig Senior Experts, die bereits in Pension sind, auf Auslandseinsatz. Seit 2017 waren insgesamt 30 Senior Experts in über 15 Länder aktiv.

Vorbild für Indien
Die Solar-Ausbildungsprogramme in Äthiopien und Uganda von Jugend Eine Welt, welche auch von der ADA (der Agentur der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit) mitfinanziert werden, dienten auch als Vorbild für Solartechnik-Kurse in Indien. So wurde im dortigen, weit verzweigten Don Bosco-Netzwerk, das praktisch in jedem Bundesstaat mit Sozial-, Schul- und Ausbildungszentren für Kinder und Jugendliche vertreten ist, beispielsweise bereits vor einigen Jahren damit begonnen, auf Gebäudedächern oder ungenützten Freiflächen Solaranlagen zu installieren.

Im Rahmen des weltweiten Umweltnetzwerkes „Don Bosco Green Alliance“, dem auch Jugend Eine Welt angehört, haben sich die Jugend Eine Welt-ProjektpartnerInnen – die teils seit über 20 Jahren mit der österreichischen Entwicklungsorganisation zusammenarbeiten – ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Bis zum Jahr 2032 sollen weltweit alle Don Bosco Einrichtungen – Schulen, Uni-Campusse, Lehrwerkstätten, Heime etc. – „ökologisch“ und energieeffizient betrieben werden. Der Energiebedarf soll möglichst vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, abgestellt auf die jeweiligen regionalen Gegebenheiten (Solar, Wind etc.).


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