Kinderarbeit verhindern – mit einheitlichem Lieferkettengesetz!

Jugend Eine Welt zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni – Kleidertausch-Aktion als sichtbares Zeichen zum Schutz von Kinderrechten.

Foto: Jugend Eine Welt

Kinderarbeit verhindern – mit einheitlichem Lieferkettengesetz!

16.06.2022

„Jetzt ist es entscheidend, dass der Richtlinienvorschlag der Kommission für ein europäisches Lieferkettengesetz tatsächlich schnell in die Praxis umgesetzt wird, und zwar einheitlich in allen Ländern, ohne dabei wieder Sonder- und Ausnahmeregelungen zu installieren“, appelliert Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer an die Politik anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni. Nur einheitliche Regeln zu den unternehmerischen Sorgfaltspflichten bei der Kontrolle der gesamten Lieferketten lassen dieses Gesetz überhaupt erst zu einem wirkungsvollen Instrument im Kampf gegen missbräuchliche Kinderarbeit werden. Heiserer ortet die Gefahr, dass bei den anstehenden Verhandlungen auf EU-Ebene sowie jenen auf nationaler Ebene in den Mitgliedsländern die im Vorschlag bereits verankerten Regelungen eher „aufgeweicht“, denn noch weiter verschärft und präzisiert werden könnten.

Wie notwendig rasches und klares Handeln in Sachen „Kinderarbeit stoppen“ ist, zeigen einmal mehr die Prognosen des UN-Kinderhilfswerkes UNICEF: Erstmals seit mehr als 20 Jahren ist im Vorjahr die Zahl an arbeitenden Kindern weltweit wieder gestiegen. Insgesamt schätzt man, dass statt zuletzt rund 152 Millionen Kinder nunmehr an die 160 Millionen Kinder von missbräuchlicher Kinderarbeit betroffen sind. Tendenz weiter steigend. Als Ursache dafür werden etwa die sozioökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie sonstiger wiederkehrender Krisen vor allem in den Ländern des Globalen Südens gesehen. Extreme Armut nimmt in vielen Regionen stark zu, vielfach sind Kinder deshalb gezwungen, das karge Familieneinkommen durch eigene Arbeit aufzubessern.

Rettungsaktionen für KinderarbeiterInnen
„Unsere Don Bosco-Partner in Indien etwa berichten uns erneut, dass seit Beginn der Corona-Pandemie Kinderarbeit wieder zunimmt“, so Reinhard Heiserer. Die in der südindischen Provinz Bangalore tätige Partnerorganisation BREADS ist beispielsweise auch an Rettungsaktionen für KinderarbeiterInnen beteiligt. In Zusammenarbeit mit der Polizei wurden bei Razzien in verschiedenen Unternehmen zuletzt innerhalb von sieben Monaten 127 KinderarbeiterInnen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren aus besonders ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen befreit. Die Kinder arbeiteten etwa in Nähereien, in Färbereien, Werkstätten, Druckereien oder auf Baustellen. Viele waren gezwungen, von in der Früh bis spät in die Nacht hinein auf engstem und schlecht belüfteten Raum zu arbeiten.

Um solche Zustände zu verhindern, wird die gesetzliche Verpflichtung europäischer Unternehmen zur Kontrolle ihrer Lieferketten in Hinblick auf die Achtung von Kinder- und Arbeitsrechten allein wohl nicht ausreichen. „Aber mit einem starken europäischen Lieferkettengesetz und entsprechenden Kontrollen könnten schon einige dieser Missstände in Produktionsbetrieben im Globalen Süden abgestellt werden“, ist Heiserer überzeugt.

Jugend Eine Welt lädt zur „Fair-Kleidertausch-Aktion“
Um auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die weiterhin bestehende Problematik von Kinderarbeit und dem noch ausständigen Lieferkettengesetz zu schärfen, veranstaltet das Jugend Eine Welt-Bildungsteam im Vorfeld des Tages gegen Kinderarbeit wieder eine „Fair-Kleidertausch-Aktion“. Denn kaum ein Konsumgut ist in der Gesellschaft so stark mit dem Thema Kinderarbeit besetzt wie Kleidung.

Mehr Informationen zum Thema Kinderarbeit auch unter www.jugendeinewelt.at/kinderarbeit sowie auf der Website der Kinderarbeit-Stoppen-Kampagne www.kinderarbeitstoppen.at



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