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12.02.2012


Hietzinger Gedenkveranstaltung zum Feburar 1934


Vor 76 Jahren kämpfte der sozialdemokratische Schutzbund gegen Diktatur und Faschismus unter dem „christlichsozialen“ Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Hunderte Urteile der Politjustiz des Unrechtsregimes unter Dollfuß und Schuschnigg gelten nun ab 1. März offiziell als aufgehoben.

Der Aufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes am 12. Februar 1934 war ein letzter, verzweifelter Versuch zur Rettung der Demokratie vor dem Hintergrund des aufstrebenden Faschismus in Österreich und ganz Europa. Allein in Wien gab es seitens des Schutzbundes über 1.000 Tote und Verwundete, 109 ZivilistInnen wurden beim Beschuss der Wohnhäuser und weiteren Kampfhandlungen durch Bundesheer, Polizei und Heimwehr getötet und 233 verletzt. Auch auf Seiten des Regimes gab es 47 Tote und 123 Verwundete. Hietzing gehörte zum Schutzbundkreis West, dessen verhafteter Kommandant Kerbel in Polizeiverhören Angaben über Sammelpunkte und Verstecke gemacht hatte. Die Folge waren gezielte Razzien der Polizei, die geordneten Widerstand nahezu verunmöglichten. Als sich am 12. Februar beim Kinderfreundeheim am Goldmarkplatz Schutzbündler sammelten, wurden sie von Poizeieinheiten angegriffen und rasch zerstreut. Karl Münichreiter wollte einem verletzen Genossen helfen und wurde dabei selbst angeschossen. Daraufhin wurde er verhaftet und gegen jedes Recht von einem Standgericht zum Tode verurteilt. Auf einer Bahre wurde er zum Galgen geschleppt und ermordet. Der gelernte Schumacher Münichreiter war einer von neun standrechtlich Verurteilten, die in Folge der Februarkämpfe tatsächlich hingerichtet wurden. Insgesamt wurden mehrere Tausend Menschen durch Verurteilungen, Inhaftierungen, Entlassungen und andere Repressionen politische Opfer des Austrofaschismus. Das österreichische Parlament hat nun einstimmig einem Gesetz zur Rehabilitierung der Opfer des Faschismus zugestimmt, das die Urteile gegen die Justizopfer rückwirkend aufhebt und explizit als Unrecht bezeichnet. Der Begriff „Austrofaschismus“ war in diesem Zusammenhang mit der ÖVP, in deren Klubräumen immer noch ein Dollfußportrait hängt, nicht verhandelbar. Dennoch ist das Gesetz ein positiver und bedeutender Schritt zur Aufarbeitung der jüngeren österreichischen Geschichte.

Die Hietzinger SPÖ stiftete 1984 ein Mahnmal für Münichreiter am Goldmarkplatz und erinnert seitdem jährlich mit dem Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen und aktiver AntifaschistInnen an die Opfer der Februarkämpfe. In diesem Jahr wird Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bei der Gedenkveranstaltung am Goldmarkplatz am 12. Februar um 11 Uhr sprechen. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung lädt die SPÖ Hietzing in das Sektionslokal am Goldmarkplatz 1. Der Historiker und Direktor der VHS Hietzing, Robert Streibel, wird uns die Bedeutung der Erinnerung an die Kämpfe für Demokratie und Republik thematisieren.

Die SPÖ Hietzing lädt zur Gedenkveranstaltung:

mit Nationalratsratspräsidentin Mag. Barbara Prammer,
Bezirksparteivorsitzenden Dr. Gerhard Schmid,
Vorsitzender der Freiheitskämpfer Hietzing Stefan Schmid
Zeitzeuge Fritz Probst

Musikalische Begleitung: Arbeiter Sänger Bund Hietzing
am Sonntag, 12. Februar 2012 um 11.00 Uhr beim Münichreiter Mahnmal am Goldmarkplatz

Veranstaltungsinfos

  • Münichreiterdenkmal
  • Goldmarkplatz
  • 12.02.2012
    11:00 Uhr

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