Wechsel in der Bereichsleitung Hospiz, Palliative Care und Demenz

Foto: Gabriele Paar
Nach 18 Jahren im Kardinal König Haus übergibt Mag.a Martina Schürz Ende Oktober die Leitung des Bereichs Hospiz, Palliative Care und Demenz an Marianne Buchegger, BA MSc.
Martina Schürz hat den Bereich maßgeblich geprägt, zahlreiche Bildungsangebote weiterentwickelt und wichtige Impulse für die fachliche und inhaltliche Ausrichtung des Hauses gesetzt. Mit Marianne Buchegger übernimmt eine erfahrene Führungskraft die Bereichsleitung, die an die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgängerin anknüpfen und gemeinsam mit ihrem Team neue Impulse für die zukünftige Bildungsarbeit setzen wird.
18 Jahre gestalten, entwickeln und nachhaltig verankern
Martina Schürz hat in ihrer langjährigen Tätigkeit entscheidend dazu beigetragen, Hospiz, Palliative Care und Demenz als zentrale Themenfelder der Bildungsarbeit im Kardinal König Haus zu verankern. Unter ihrer Leitung wurden die Interprofessionellen Basislehrgänge Hospiz und Palliative Care, die Lehrgänge „Begleiten bei Demenz“ sowie die Einführungskurse in die Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung kontinuierlich weiterentwickelt und in großer Zahl durchgeführt. Damit stärkte sie Fachpersonen aus unterschiedlichen Berufsgruppen ebenso wie ehrenamtlich Begleitende in ihrer anspruchsvollen Arbeit.
Ein besonderes Anliegen war es ihr, Bildungsangebote an den konkreten Bedürfnissen der Menschen und den Anforderungen der Praxis auszurichten. Interprofessionelle Zusammenarbeit, fundierte Wissensvermittlung und die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen rund um Krankheit, Sterben, Tod und Trauer bildeten dafür stets die Grundlage.
Ein Beispiel für die Innovationskraft des Bereichs ist der gemeinsam mit der CS Caritas Socialis entwickelte Lehrgang zu Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Er reagiert auf eine bislang wenig beachtete und besonders herausfordernde Lebensrealität und wurde nun mit dem Ehrenamtspreis gewürdigt.
Das Kardinal König Haus dankt Martina Schürz herzlich für ihr langjähriges Engagement und ihre fachliche Expertise. Sie hat tragfähige Strukturen geschaffen und damit eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit des Bereichs gelegt.
Marianne Buchegger: Erfahrung und neue Perspektiven
Marianne Buchegger verfügt über langjährige Leitungs- und Projekterfahrung und hat Unternehmensführung sowie Palliative Care studiert. Zu ihren beruflichen Stationen zählt die Leitung eines Pflegeteams in einem Tageszentrum für Senioren und Menschen mit Demenz bei der CS Caritas Socialis GmbH. Gemeinsam mit Vera Langer und Sr. Karin Weiler CS koordiniert sie den demenzfreundlichen dritten Bezirk. Seit 2018 verantwortet sie außerdem den Blog auf der Website von Hospiz Österreich.
Öffentlichkeitsarbeit, Wissenstransfer und die Weiterentwicklung fachlicher Angebote sind für sie zentrale Voraussetzungen, um Hospiz, Palliative Care und Demenz sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für Gesellschaft und Versorgungssystem zu stärken. Sie möchte die erfolgreiche Arbeit des Bereichs fortführen, Bewährtes bewahren und offen für neue Entwicklungen bleiben. Im Mittelpunkt steht für sie die Frage, welches Wissen Menschen brauchen, um andere auch unter zunehmend komplexen gesellschaftlichen Bedingungen gut begleiten zu können.
Neue Herausforderungen erkennen und Bildungsangebote weiterdenken
Die Anforderungen an Hospiz, Palliative Care und Demenz verändern sich. Neben der Weiterentwicklung etablierter Lehrgänge gilt es, neue Zielgruppen in den Blick zu nehmen und Bildungsangebote dort zu schaffen, wo bislang Wissenslücken bestehen. Dazu gehören etwa Menschen mit Suchterkrankungen, Menschen mit Behinderungen und weitere gesellschaftlich marginalisierte Gruppen, deren Bedürfnisse am Lebensende, bei schwerer Krankheit und in Trauerprozessen besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Wie kann würdevolle Begleitung gelingen, wenn Menschen aufgrund ihrer Lebensgeschichte, ihrer sozialen Situation oder ihrer Erkrankung schwer erreichbar sind? Wie können Fachpersonen und ehrenamtlich Engagierte auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen und Barrieren abbauen? Diese Fragen werden für die künftige Bildungsarbeit an Bedeutung gewinnen. Daraus ergeben sich neue Aufgaben in der Lehrgangsentwicklung, der Wissensvermittlung und im Austausch zwischen Berufsgruppen und Organisationen. Ziel ist es, bestehendes Wissen zugänglich zu machen, neue Perspektiven einzubeziehen und Menschen in ihrer Begleitungsarbeit zu stärken.
Bewährtes bewahren, Zukunft mutig und neugierig gestalten
Marianne Buchegger wird den Bereich gemeinsam mit ihrem Team auf dem Fundament weiterführen, das Martina Schürz in den vergangenen 18 Jahren wesentlich mitgestaltet hat. „Die etablierten Bildungsangebote bleiben ebenso wichtig wie die Bereitschaft, neue Themen aufzugreifen und auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren“, betont Martina Schürz.
Das Kardinal König Haus versteht Bildungsarbeit in Hospiz, Palliative Care und Demenz als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Fachliche Qualität, interprofessioneller Austausch und eine Haltung, die den Menschen in seiner jeweiligen Lebenssituation ernst nimmt, bilden dafür die Grundlage. „Mit Erfahrung, Neugier und Mut wollen wir bestehende Angebote stärken und neue Wege dort eröffnen, wo Menschen Unterstützung, Wissen und eine sensible Begleitung brauchen“, sagt Marianne Buchegger.
So verbindet der Wechsel in der Bereichsleitung Dankbarkeit für das langjährige Wirken von Martina Schürz mit dem Blick nach vorne: Bewährtes sichern, neue Bedarfe erkennen und gemeinsam die Bildungsarbeit für die Herausforderungen der kommenden Jahre gestalten.
Weitere Informationen zum Bereich Hospiz, Palliative Care und Demenz
Über das Kardinal König Haus
Das Kardinal König Haus in Wien ist ein Bildungs- und Seminarzentrum welches gemeinsam vom Jesuitenorden und der Caritas getragen wird. Im Bildungszentrum des Hauses haben sich fünf große Bildungsbereiche etabliert: Spiritualität und Exerzitien, Hospiz, Palliative Care und Demenz, die Akademie für Sozialmanagement (ASOM), Ordensentwicklung sowie Christlich inspirierte Führungs- und Organisationskultur. Ergänzt wird das eigene Bildungsangebot durch zahlreiche Gastkurse und Veranstaltungen im Seminarzentrum, das mit 14 Seminarräumen, 41 Gästezimmern und der hauseigenen Küche für ein komplettes Seminarangebot sorgt. Besonders schön ist der große Garten des Hauses, der den Gästen zur Verfügung steht. Rund 30.000 Menschen besuchen das Kardinal König Haus jährlich. In der Tradition seines Namensgebers Kardinal Franz König versteht sich das Haus als Ort, an dem Standpunkt, Offenheit und Dialog gelebt und vermittelt werden.
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