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Werkschau für einen Vergessenen


Foto: VHS

Der Fotograf Kurt Bardos

Ein Brünner Fotoschatz erstmals in Wien zu sehen
Unter dem Titel „Werkschau für einen Vergessenen“ zeigt die Volkshochschule Hietzing in ihrer Expositur am Hietzinger Kai Fotos des Brünner Fotografen Kurt Bardos (1914-1945). Der Historiker und Direktor der Volkshochschule, Robert Streibel hat gemeinsam mit Kurt Bardos´ Nichten Susanne Eiselt und Ruth Reiterer die Ausstellung gestaltet und kuratiert, die von 29. September bis 11. November zu sehen sein wird. David Buchas hat ein Video mit den beiden Nichten gedreht. Die Fotos wurden von Do Laura Schator/kunstfotografin.at reproduziert.

Familienporträts, Stillleben und Landschaftsaufnahmen in Alben
Kurt Bardos wurde 1914 in Brünn in eine altösterreichische Familie geboren, besuchte nach der deutschen Volksschule das Realgymnasium und studierte an der Tschechischen Fakultät Medizin. Seine Leidenschaft und Liebe galt der Fotografie. Da ein Teil der Familie in Österreich lebte, war er oft in Wien, Kärnten und Tirol. Gemeinsam mit seiner Frau Zdenka wurde er im Dezember 1941 nach Theresienstadt und 1944 nach Auschwitz deportiert. Dort verliert sich seine Spur.
„Als ich zum ersten Mal von den erhalten gebliebenen Fotoalben und deren Geschichte erfuhr, habe ich mich spontan entschlossen, unsere neuen Räume für eine Präsentation zu öffnen. Denn die Fotos zeigen, wie Bardos die Stilmittel der Neuen Sachlichkeit und das Neue Sehen für sich interpretierte und in seine präzis komponierten Bilder übersetzte. Wir haben dazu über den Zukunftsfonds und die Stadt Wien eine Unterstützung erhalten und ich freue mich, dass wir damit auch ein Stück altösterreichisch-europäischer Geschichte erzählen können“, so Direktor Robert Streibel.

Ein langer Weg
„Für mich sind die Fotos unseres Onkels Kunstwerke und daher war es mir wichtig, diese einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen“, sagt Susanne Eiselt.
„Als wir bei einer mährischen Historikerin vor fünf Jahren erstmals auf Interesse stießen, war es wichtig, eine kompetente und qualitative „Übersetzerin“ der Fotos zu finden. Denn Kurt Bardos hat die Fotos in Alben geklebt, die wie durch ein Wunder erhalten geblieben sind, die Negative sind jedoch durch Krieg und Verfolgung verloren gegangen. Mit der Fotografin Do Laura Schator fanden wir die richtige „Foto-Dolmetscherin“, mit deren Hilfe wir in den Jahren 2018 und 2020 Ausstellungen in Mähren gestalten konnten.“
Ruth Reiterer, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf intensive Spurensuche in Mähren, Tschechien und in der Slowakei gegangen ist, konnte in den letzten Jahren eine umfassende Familienchronik erstellen, indem sie Daten und Fakten sammelte, sichtete und niederschrieb. „Ich bin tief berührt“, sagt sie, „dass wir in der Stadt, in der wir seit 55 Jahren leben und wo mir die Wurzeln der Familie immer mehr bewusst geworden sind, diese Fotos zeigen können. Sie drücken für mich die Lebensfreude und Lebendigkeit von Kurt Bardos aus.“

VHS, 2. Stock, Hietzinger Kai 131

29.09.2022 bis 11.11.2022
jeweils Mo, Di, Mi, Do, Fr 09 bis 20 Uhr

https://www.vhs.at/de/e/hietzing/b/2022/08/17/werkschau-fuer-einen-vergessenen

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