Pfarrkirche St. Hubertus und Christophorus
Pfarrkirche St. Hubertus und Christophorus
Pfarrkirche St. Hubertus und Christophorus
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Pfarrkirche St. Hubertus und Christophorus

Ursprünglich war das heutige Pfarrgebiet Wald- und Weideland. Am 19. April 1931 wurde die erste Messe abgehalten - die Kirche selbst war damals noch Bau.

Noch im Jahre 1900 gab es im späteren Pfarrgebiet kaum Besiedlung, sondern nur Wald – und Weideland. Von Bedeutung in der Gegend war nur die Jagdresidenz der Kaiserin Elisabeth, die Hermesvilla. (Architekt: Carl Hasenauer, Eröffnung der Villa: 24.Mai.1886)

Die Stadt Wien wollte sich ausdehnen und neue Siedlungen entstanden dort wo der Boden noch billig war. Außerhalb des Gemeindegebietes lockten die unbebauten Gründe des Lainzer Tiergartens. Auf Grund von Pachtverträgen Wiens mit Niederösterreich wurden in den Jahren ab 1920 die Siedlungen „Auhofer Trennstück SAT“ auf dem Gebiet der Gemeinde Mauer bebaut. Und ab 1921 die Siedlung „Friedenstadt“, auf dem Gebiet der Gemeinde Hadersdorf- Weidlingau gegründet.
Dass viele hundert Familien, die eben erst dabei waren mühsam eine neue Bleibe zu schaffen, den Wunsch hegten nach einem nahen Gotteshaus, war bemerkenswert. Es fanden sich tatkräftige Männer und Frauen, die in freien Stunden, neben dem Bau am eigenen Haus, auch für eine Kirche arbeiteten.

Die erste Messe wurde am 19. April 1931 in einem Teil einer Baubaracke abgehalten. Diese befand sich in der Nähe des heutigen Seniorenheimes „Föhrenhof“, Dr. Schoberstraße 3. Eine Gedenktafel zeigt den Standort und erinnert an die Gründung. Nach und nach wurden Glocken angeschafft, ein Turm errichtet und der Bau zu einer Notkirche erweitert. Trotzdem mussten viele Besucher die Sonntagsmessen wegen Überfüllung im Freien mitfeiern.

Der Hauptzugang zur neuen Siedlung führt von Lainz über Speising und entlang der Hermesstraße ins Grätzel. Pfarrer Anton Schreffel, von der Pfarre Lainz- Speising, sah nicht tatenlos der Entwicklung zu, sondern wandte sich an Kardinal Friedrich Piffl wegen Unterstützung zum Bau einer „echten“ Kirche im Lainzer Tiergarten. Schreffel beauftragte mit der Planung und dem Bau zwei junge Architekten: Dipl. Ing. Georg Lippert und Ing. Dr. Kurt Klaudy.

Am 10. Juni 1935 konnte der erste Spatenstich für die neue Kirche St. Hubertus- St. Christophorus unter den Teilname von Kardinal Dr. Theodor Innitzer gefeiert werden. ( St. Hubertus, in Erinnerung an das ehemalige Jagdgebiet. St. Christophorus, weil es in Wien keine Kirche gab, die ihm gewidmet war)
Bereits am 15. November des gleichen Jahres wird die feierliche Konsekration begangen. Erste Seelsorger waren P. Antonius und P. Ferdinand vom Orden der Nazarener. Die Kirche gab es endlich und wurde als Expositur der Pfarre Lainz geführt. 1936 übernahmen die Pallottiner die Betreuung der Pfarre. Zum ersten Rektor wurde Josef, Jakob, Wilhelm Lappas bestimmt.

Mit dem politischen Umbruch 1938 kam das Grätzel der Siedlungen beim Lainzer Tiergarten von Niederösterreich zur Gemeinde Wien. Das erzbischöfliche Ordinat legte mit 30. Dezember 1938 unter der Zahl 6943/1938 die neuen Pfarrgrenzen fest mit: Wittgensteinstraße – Tiergartenmauer – Hörndlwald – Hermesstraße – Speisingerstraße.

Damit waren die Betreuungsgrenzen zu den Nachbarpfarren Lainz, Mauer und Maria Brunn (Lainzer Tiergarten) fixiert.
1939 wurde St. Hubertus zur Pfarre erhoben.
1942 mussten auch die 3 Glocken entbehrt und zur Herstellung von Kriegsmaterial abgeliefert werden.
1944 erfuhr die Pfarre den Ernst des Luftkrieges. 96 Bomben gingen in der Umgebung nieder. Zum Glück fielen die meisten auf freies Gelände im Lainzer Tiergarten. Anfang 1945 wurden bei Fliegerangriffen dennoch die Fenster der Kirche schwer beschädigt. Am 08. April 1945 marschierten die Russen ein und Artilleriegeschoße trafen und beschädigten die Vorderfront der Kirche.

So schwer die Zeiten auch 1946 waren, das Pfarrleben entwickelte sich wieder. Es galt die Kriegsschäden zu beheben. Um finanzielle Mittel zu haben wurden im Pfarrsaal Theaterstücke aufgeführt. Vom Reinertrag wurden u.a. Kirchenfenster angeschafft.

März 1946: Weihe des geschnitzten Marienaltares, geschaffen durch die akad. Bildhauerin Mea von Bratusch. Von ihr stammen auch die holzgeschnitzten Figuren der hl. Franziskus, Klara, Therese v. Lisieux und Judas Thaddäus.

1947 wird von der Pfarre ein Kindergarten eingerichtet
1953 und 1954 konnten 4 Glocken erstanden werden, die an eine neue Läutemaschine angeschlossen wurden.
1966 Einweihung des neuen Kindergartens, Pfarrsaales und Jugendheimes nach Plänen von Arch. Walter Dürschmid.
1974 eröffnete Erzbischof Dr. Franz Jachym den Neubau des Pfarrhofes in der Kardinal Piffl Gasse, geplant von Arch. Ing. Walter Dürschmid.
1977 Umgestaltung des Altarraumes mit Arbeiten von Manfred Stubhann und Einrichtung der Hauskapelle im Pfarrhof
Mai 1992: Beginn einer intensiven Betreuung von Flüchtlingen, die im „Afritschheim“ der Volkshilfe (Hörndlwald) untergebracht waren.
Ab Juni 1992, zur Zeit des Bosnienkrieges, Umbau des Theatersaales unter der Kirche in Flüchtlingswohnungen.
April 1996: Einweihung der neuen Orgel aus der Werkstätte des Passauer Orgelbauers Eisenbarth.

Der Orden der Pallottiner leitet auch heute noch die Pfarre St. Hubertus am Lainzer Tiergarten.

Hinweise zur künstlerischen Gestaltung
Karl Engel: Altarbild, Fresken der Pfarrpatrone St. Hubertus, St. Christophorus
Dr. Hans Becker: Altarraum, seitliche Fresken
Prof. Alexander Brunner: Rundfenster
Mea von Bratusch: Marienaltar
Manfred Stubhann: Tabernakel, Ambo, Kerzenständer

Kardinal Piffl Gasse 2

(01) 888 12 51

www.pfarre-st-hubertus.at

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