Bundesrealgymnasium und wirtschaftliches Bundesrealgymnasium Wenzgasse
Bundesrealgymnasium und wirtschaftliches Bundesrealgymnasium Wenzgasse
Bundesrealgymnasium und wirtschaftliches Bundesrealgymnasium Wenzgasse

Bundesrealgymnasium und wirtschaftliches Bundesrealgymnasium Wenzgasse

1906 als Mädchen-Lyzeum auf den Gründen des ehemaligen Vergnügungsetablissements „Neue Welt“ erbaut.

1904 fasste die Hietzinger Lyzeum-Gesellschaft den Entschluß, ein Mädchen-Lyzeum, das auch eine zweijährige Handelsschule für Mädchen anbieten sollte, zu errichten. Das Grundstück, welches auf dem Boden des ehemaligen Vergnügungsetablissements „Neue Welt“ liegt, befand sich bald nach Auflösung dieses Unternehmens im Besitz des Realitätenhändlers Julius Frankl, der auch noch auf den Plänen des zu erbauenden Lyzeums als Grundbesitzer aufscheint. Der Architekt und Stadtbaumeister Heinrich Kaiser wurde mit dem dreigeschoßigem Bau beauftragt und stellte diesen 1906 fertig. In ihm waren sieben Klassen, ein Physiksaal mit Sammlung, ein Zeichensaal, ein Turn- und Festsaal sowie das Konferenzimmer, ein Sprechzimmer und das Direktionszimmer untergebracht.

Schon 1909 erfolgte ebenfalls durch Heinrich Kaiser eine Aufstockung auf drei Stockwerke über dem ebenerdigen Trakt, in dem sich der Turn- und Festsaal befand, 1912 der Anbau eines dreigeschoßigen, dreiachsigen Traktes durch Georg Roth und Rudolf Hauk und ein Jahr später durch diese beiden Architekten der Ausbau eines Teiles des Dachbodens zu einem Werkraum, in dem Handfertigkeitskurse abgehalten wurden.

1930/31 errichteten Siegfried Theiss und Hans Jaksch einen Zubau, dessen Ökonomie und Konstruktion zu einer Form führten, „die 'Stil'- bildend auf den Schulbau nach 1945 hätte wirken können.“ Licht und Luft, Maximen der Wiener Schulreform in der Zwischenkriegszeit, fanden in diesem Bau radikale Berücksichtigung.

1970/71 erfolgte durch Kurt Zöhrer ein weiterer Anbau für zwölf Klassen und einen Turnsaal. Von diesem Bau, der in Fertigteilbauweise errichtet wurde und auf Stützen zwei Obergeschoße trug, besteht heute nur mehr der Turnsaal.

1990–92 wurde nach Plänen von Theophil J. Melicher, Horst Gressenbauer und Georg Schwalm-Theiss ein viergeschoßiger Zubau ausgeführt. Er liegt mit seiner Schmalseite an der Larochegasse zwischen dem ältesten Trakt und dem Turnsaal. Der Bau erstreckt sich gegen Norden und umschließt mit dem Altbestand einen in etwa rechteckigen Hof. Im Zusammenhang mit dem Neubau erfolgte eine Generalsanierung des Altbestandes, die 1995 abgeschlossen werden konnte. […]

Wenzgasse 7

Baujahr: 1906
Architekt: Heinrich Kaiser

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