Hotel „Hietzinger Hof“
Hotel „Hietzinger Hof“
Hotel „Hietzinger Hof“

Hotel „Hietzinger Hof“

In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts trug es den Namen „Hotel Vogelreuther“.

1883 wurde das schon seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts bestehende „Hotel Vogelreuther“ zum Hotel-Etablissement und Cafè „Union“ umgewandelt. Das eingeschoßige Gebäude besaß neben einem ausgedehnten Garten einen zur Straße hin gelegenen Vorgarten. 1885 kaufte Theodor Freiherr von Tucher, der in Nürnberg eine Brauerei besaß, das Hotel und vergrößerte es 1888 an der rechten Seite durch den Anbau eines achtachsigen Traktes. Er richtete in der von ihm als „Hietzinger Hof“ bezeichneten Anlage zwei Restaurationsräume in altdeutschem und „modernem“ Stil ein. Der Baumeister war Josef Wenz. Im Garten entstand ein Saalanbau für ca. 1000 Personen. Die Decke dieses mit einem hohen Mittelschiff und mit Renaissanceelementen ausgestatteten Raumes wurde von 22 Säulen aus weißem Stuckmarmor getragen.

Die Wandgemälde stellten in Bezug zur Herrkunft der Familie des Besitzers Ansichten von Alt-Nürnberg dar. 1897 kaufte Gustav Todt das Hotel, der es ab 1899/1900 durch Heinrich Staud aufstocken ließ. In einer 1904 erschienenen Werbeschrift wird der Bau als inmitten von herrlichen Gärten gelegen und besonders für längere Aufenthalte geeignet beschrieben. Bis zum Ende der Monarchie veranstaltete man hier jeden Sonn- und Feiertag Militärkonzerte.

1940 wurden die Balustrade abgetragen und das Dachgeschoß ausgebaut. In der Zeit des Nationalsoziaismus war in dem Hotel die SS untergebracht. Das Gebäude erlitt 1945 durch Bombentreffer starke Schäden; 1948 wurde der linke Teil abgetragen, unmittelbar vor der Errichtung des EKAZENTs (Einkaufszentrum Hietzing) kam es zum Totalabbruch des Hotels.

Baujahr: 1888
Abgetragen: 1948, 1962
Architekt: Josef Wenz

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