Ostmarksiedlung
Ostmarksiedlung
Ostmarksiedlung

Ostmarksiedlung

Sogenannte „Cotteage-Anlage“ nach dem Entwurf der beiden Otto Wagner-Schüler Heinrich Schmid und Herman Aichinger.

Die kurz vor dem Ersten Weltkrieg begonnene Siedlung auf den sog. „Wambacherschen Gründen“ wurde von der Gemeinnützigen Wohnungs-Baugenossenschaft „Ostmark“ als ihre erste derartige Anlage errichtet. Weitere „Cottage-Anlagen“ waren auf dem Küniglbergplateau und in Pötzleinsdorf geplant, kamen aber nicht zur Ausführung. Die Gesellschaft „bezweckt die Erwerbung billiger, gesunder, zeitgemäß ausgestatteter Eigenhäuser.“ 10% der voraussichtlichen Gestehungskosten mußten bar erlegt werden, die restlichen 90% beschaffte die Genossenschaft unter Bürgschaft des Staates zum üblichen Sparkassenzinsfuß. Die Baukostenberechnung erfolgte nach Offerten der Baumeister Georg Roth und Rudolf Hauk.
Der Entwurf des Situationsplanes und der einzelnen Haustypen stammt von den Otto Wagner-Schülern Heinrich Schmid und Hermann Aichinger.

Auf dem leicht nach Süden abfallenden Gelände (Höhenunterschied 15 Meter) unterhalb einer Lehmgrube entstand diese Anlage von teilweise oder ganz unterkellerten Einfamilienhäusern (vier Typen), die zum größten Teil zu Reihenhausgruppen zusammengefaßt wurden, wodurch sich ausgedehntere zusammenhängende Grünflächen ergaben. In den Vorgärten pflanzte man u. a. Buchssträucher und Flieder, in den größeren Gärten neben Obstbäumen verschiedene andere Baumarten, darunter auch Eichen. Man verstand den Garten eher als Zierde denn als Nutzobjekt. Die wenigen freistehenden Häuser haben durchaus Villencharakter. Die Größe der Parzellen variiert zwischen 230 m2 und 650 m2.
Auf einem runden Platz im Zentrum der Anlage sollte ein Zierbrunnen stehen; gegen Süden war eine breite, monumentale Treppe als direkter Abgang zur Fasangartengasse geplant. An diesem Platz sollten auch Gemeinschaftseinrichtungen liegen, wie das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum und verschiedene Geschäfte. Infolge des Kriegsausbruches wurden diese Pläne nur zum Teil verwirklicht; man errichtete an diesem Platz lediglich ein Milchgeschäft, das heute nicht mehr existiert. 1915 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden.
Alle Häuser waren von Anfang an mit dem öffentlichen Gas- und Stromnetz verbunden. Die Gasstraßenbeleuchtung bestand noch bis in die Mitte der fünfziger Jahre.

1921/22 erfolgten – ebenfalls durch die Gemeinnützige Wohnungs-Baugenossenschaft „Ostmark“ – die Planung und der Baubeginn der Reihenhäuser in der Wattmanngasse. Die Fundamentbesichtigung am 11. 7. 1921 wurde noch unter Leitung der „Ostmark“-Baugesellschaft durchgeführt; das weitere Baugeschehen unterstand allerdings der „Gamhost“ Kleinwohnungs-Baugesellschaft m.b.H., welche das Areal 1923 von der „Ostmark“-Baugesellschaft kaufte.
Stadtbaumeister Josef Weidisch, der ursprünglich für die „Ostmark“-Baugesellschaft gearbeitet hatte, plante die ergänzende Reihenhausanlage und war auch später als Geschäftsführer der „Gamhost“-Baugesellschaft tätig. Die Benützungsbewilligung erfolgte am 2. 11. 1926; allerdings dürften einzelne Häuser (z. B. das Haus Wattmanngasse 102 ) schon 1922 bewohnt worden sein. Man war bemüht, diese Reihenhäuser stilistisch der schon bestehenden Anlage anzugleichen.

Fasangartengasse

Bauzeit: 1913–15, 1921/22
Architekten: Heinrich Schmid, Hermann Aichinger
Bauträger: Gemeinnützige Familienhäuser-Bau- und Wohnungs-Genossenschaft „Ostmark” in Wien
Objektanzahl:
1913–15: 72
1921/22: 11

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