Villa Wachtel
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Villa Wachtel

Für Wien ungewöhnliche Villa für die Hofratswitwe Emilie Wachtel.

Karl Fischl plante das dreigeschoßige Wohnhaus für die k. k. Hofratswitwe Emilie Wachtel; Baumeister war Guido Gröger. Der Bauvorschrift, welche nur ein Obergeschoß zuließ, wurde insofern entsprochen, als an der Eingangsseite (Winkelbreiten, ehemals Neue Gasse) infolge der über zwei Geschoße reichenden Halle zumindest an der linken Fassadenseite insgesamt nur zwei Geschoße aufscheinen. Darüber hinaus birgt das heruntergezogene Dach den zweiten Stock.

1958 wurde die Halle von der „Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft“ u. a. als Lagerraum verwendet. 1971 erfolgte durch Alfred Müller für die Zeugen Jehovas die erste weiterreichende Adaptierung des Wohnhauses, die auch einen Anbau beinhaltete. 1986/87 wurde von demselben Architekten das Gebäude in ein Kommunikationszentrum für die Zeugen Jehovas umgebaut und damit völlig verändert.

Von Karl Fischl, dem Schüler Karl Hasenauers und Otto Wagners, ist somit im 13. Bezirk nur mehr das in unmittelbarer Nähe liegende, 1913 ebenfalls für Emilie Wachtel errichtete Miethaus Winkelbreiten 6 in relativ unveränderter Form erhalten. Der freistehende, von einem Mansardwalmdach gedeckte Bau weist an der Straßenseite Loggien auf; die Stützkonstruktion ist auffallend dekorativ aus Gußsteinsäulen und Holzbalken gebildet.

Der Gesamteindruck des Hauses wird durch die „für Wien ungewöhnliche Verwendung heterogener, fremder Volkskunstmotive“ bestimmt. „Hier entwickelte sehr früh der begabte Karl Fischl eine Art private Nationalromantik, die wenigstens in der Wiener Baukultur keine Entsprechung hat.“ Die 1907 gebaute Villa für den Bildhauer Carl Wollek – ehemals Hackinger Hof 2 – wurde 1985 abgetragen.
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Gallgasse 44

Baujahr: 1910/11
Architekt: Karl Fischl
Bauherr: Emilie Wachtel

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