Villa Dollarprinzessin
Villa Dollarprinzessin
Villa Dollarprinzessin
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Villa Dollarprinzessin

Villa des Komponisten Leo Fall, benannt nach einer seiner Operetten.

Ludwig Ramler baute für den Operettenkomponisten Leo Fall (1873–1925) und seine Frau Bertha eine bestehende, zweigeschoßige Villa um. Dieser alte Bau, ein von Stadtbaumeister Josef Zeller geplantes „Land- bzw. Gartenhaus“, 1866/67 für Josef Lipansky errichtet, ist in den Ausmaßen und in den tragenden Mauern mit dem adaptierten Gebäude ident. Geändert wurden die Eingangssituation und der Dachbereich: Leo Fall ließ ein Mansardzimmer mit Podium und Balkon errichten. Diesen Raum, der im Einreichplan als Billardzimmer bezeichnet wird und von dem eine weite Aussicht gegen den Lainzer Tiergarten besteht, bevorzugte L. Fall nach mündlicher Überlieferung als Arbeitszimmer.

An der rechten Seite der Ostfassade kam es im Parterre zur Errichtung einer gedeckten Terrasse mit Rundbogenarkaden, die eine darüberliegende offene Terrasse trugen. Diese wurde 1923 zu einer geschlossenen Veranda umgebaut.
Die Bezeichnung des Wohnhauses als „Villa Dollarprinzessin“ stammt vom Komponisten selbst, der mit dieser am 2. 7. 1907 im Carltheater erstmals gespielten Operette einen Sensationserfolg feierte.

Die Villa ist kaum einsehbar, da sie im ansteigenden Gartengrund hinter dem ebenerdigen, ehemals bäuerlichen Trakt Lainzer Straße 127 liegt. Der Bauherr ließ anläßlich des Umbaues 1909/10 im Anschluß an den Hofflügel des Straßentraktes ein ebenerdiges Gästehaus (später Chauffeurwohnung) und als Pendant hiezu rechts eine Automobilremise mit angebauter Waschküche errichten. Die äußerlich einander entsprechenden Gebäude mit Schindelwalmdächern sind symmetrisch angelegt.
Auf die frühere Bestimmung des Straßentraktes als Weinhauerhaus verweist ein Keller am Hang, den man später durch einen Anbau in die Villa integrierte.

Im Zuge der Adaptierung wurde eine damals auf dem letzten Stand der Technik stehende Warmwasserzentralheizung eingebaut. Diverse, später vorgenommene Umgestaltungen im Gebäudeinneren änderten die Grundstruktur nur unwesentlich. [...]

Lainzer Straße 127

Baujahr: 1866/67
Architekt: Josef Zeller
Bauherr: Josef Lipansky

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