Schloss Schönbrunn- Baugeschichte 19. Jahrhundert
Schloss Schönbrunn- Baugeschichte 19. Jahrhundert
Schloss Schönbrunn- Baugeschichte 19. Jahrhundert
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Schloss Schönbrunn- Baugeschichte 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war das Schloss Schönbrunn Sommerresidenz der Kaiser. Napoleon besetzte das Schloss gleich zweimal: 1805 und 1809.

Ende des 18. Jahrhunderts war das Schloß Schönbrunn unbewohnt und wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Franz II./I. wieder als Sommerresidenz benützt. In diese Epoche fällt auch die zweimalige Besetzung Schönbrunns in den Jahren 1805 und 1809 durch Napoleon, der auch die Memorialräume Franz I. Stephans im Ostflügel bewohnte. Anlässlich des Wiener Kongresses 1814/15 zeigte sich deutlich, dass Schönbrunn einer dringenden Erneuerung bedurfte, im Zuge derer Franz II./I. zwischen 1817 und 1819 auch eine neue Fassadengestaltung nach den Plänen des Hofarchitekten Johann Aman ausführen ließ, die entscheidende Veränderungen mit sich brachte. Aman entfernte den reichen Rokoko-Fassadendekor Pacassis und gab dem Schloss sein heutiges Erscheinungsbild mit einer nüchternen und auf wenige Schmuckelemente reduzierten Fassadengestaltung. Auch das „Schönbrunner Gelb“ in der heutigen Fassung dürfte in dieser Periode entstanden sein.

1830 wurde Franz Joseph im Ostflügel des Schlosses geboren, den seine Eltern Franz Karl und Sophie bewohnten. Franz Joseph, von seiner ehrgeizigen Mutter seit den ersten Lebensjahren auf die Rolle des zukünftigen Thronfolgers vorbereitet, verbrachte bereits während seiner Kindheit und Jugend die Sommermonate in Schönbrunn. Als er 1848 den Thron bestieg, sollte das Schloss wiederum eine glanzvolle Epoche erleben. Schon als junger Kaiser erkor Franz Joseph Schönbrunn zu seinem Lieblingswohnsitz, in dem er den Großteil seines Lebens verbrachte. Er bezog die zum Ehrenhof gelegenen Räumlichkeiten des Westflügels, die er bis zu seinem Tod am 21. November 1916 bewohnte.

Sein Appartement setzte sich in einer kontinuierlichen Abfolge aus Audienz-, Arbeits- und Schlafzimmer zusammen. Beim Audienzzimmer wurde die kostbare Nussholzvertäfelung aus der maria-theresianischen Zeit belassen, die Möblierung übernahm Franz Joseph von seinem Onkel und Vorgänger Kaiser Ferdinand I. von Österreich. Die anschließenden Privaträume des Kaisers wurden in den 1860iger Jahren neu möbliert und ausgestattet.

Anlässlich der bevorstehenden Hochzeit mit Elisabeth, Herzogin in Bayern, im Jahre 1854 wurden bereits im Winter davor die Adaptierungsarbeiten im Westflügel zum Hietzinger Kammergarten für die zukünftige Kaiserin begonnen. Auch das Elisabeth-Appartement umfasste mehrere Räume, von denen der Salon der Kaiserin das Zentrum bildete. Hier empfing die Kaiserin ihre persönlichen Besucher. Die nach Norden anschließenden Räume wie das gemeinsame Schlafzimmer, das Toilettezimmer und das Stiegenkabinett dienten Elisabeth als Privatgemächer und wurden mit schweren Palisanderholzmöbeln ausgestattet. Das so genannte Stiegenkabinett diente als Schreibzimmer. Die 1862 eingebaute und nach dem Ende der Monarchie abgebrochene Wendeltreppe, die dem Raum den Namen gab, ermöglichte einen direkten Zugang in die Erdgeschossräume.

Diese unter ihrem Appartement liegenden Gartenappartements wurden mit ausschließlich privater Funktion, ähnlich wie später in Gödöllö, neu ausgestattet. Diese Gemächer setzten sich aus einem großen Salon und wahrscheinlich auch aus dem obligatorischen Turnzimmer zusammen. Die Wände waren spaliert und die Möbel in ihrer Lieblingsfarbe lila tapeziert. Im Erdgeschoss des Schlosses wurden auch die Appartements für die Kinder Franz Josephs und Elisabeths eingerichtet.

Im Anschluss an die Gemächer der Kaiserin lagen die Räumlichkeiten für die älteste Tochter Gisela, für den Kronprinzen Rudolf wurde ab 1867 das so genannte Kronprinzen-Appartement an der Meidlinger Seite zum Kronprinzengarten etabliert. Im gesamten Erdgeschossbereich blieben die aus der maria-theresianischen Zeit stammenden Deckenstuckdekorationen, die Holzvertäfelungen im Weißgold-Akkord und die auf Leinwand ausgeführten Landschaftsmalereien weitgehend erhalten.

Anlässlich der bevorstehenden Weltausstellung im Jahre 1873 in Wien erfolgten ab 1869 umfangreiche Restaurierungen mit Rücksicht auf die ehemalige Rokoko-Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert, die ergänzt beziehungsweise im Neorokoko als Ausdruck des imperialen Stils wieder hergestellt wurden. Die Arbeiten erstreckten sich auf die beiden Galerien und die Gemächer im Ostflügel, die als Appartements für Gäste zur Verfügung standen. In diesen Räumen wurden die Wände mit Tapisserien aus den kaiserlichen Sammlungen oder mit rotem Ananasdamast neu spaliert.

www.schoenbrunn.at

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