Villa Forster
Villa Forster
Villa Forster

Villa Forster

Märchenhafte Villa mit eigener Sternwarte, erbaut von den Theaterarchitekten Fellner & Helmer.

Die Architekten F. Fellner jun. und H. Helmer, bekannt u. a. durch den Bau des Deutschen Volkstheaters und des Modewarenhauses Gerngroß in der Mariahilfer Straße, errichteten auf einem ehemals mit Weingärten bepflanzten Südhang für eine Person, den damals 52-jährigen Dr. Karl Forster (die Fa. Lenoir und Forster lieferte physikalische Instrumente in die gesamte Monarchie), diese als Sommerhaus gedachte Villa. Der Baumeister war Franz Abel.

Karl Forster (1847–1906) war eine vielseitig begabte Persönlichkeit: ausgebildeter Chemiker, bemerkenswerter Kunstsammler, begeisterter Geiger und Schöpfer einer Reihe von feinsinnigen Aquarellen. Das Haus in Ober-St. Veit diente – gleichsam im Sinne einer romantischen Idee – als kulturelles und schöngeistiges Gegengewicht zur merkantilen Wirklichkeit des Besitzers.

Die Villa in der Adolfstorgasse ist zu einem großen Teil im originalen Bauzustand erhalten.

Der im neugotischen bzw. neuromanischen Stil geplante Bau mit einer Grundfläche von 162 m2 weist einen charakteristischen Eckturm auf; er dominiert den abwechslungsreich gegliederten und malerisch anmutenden Baukörper. Der im Erstentwurf in altdeutschem Stil geplante Turm wurde abgeändert und mit einer zinnenbewehrten Aussichtsplattform ausgeführt; er beinhaltet eine über alle Stockwerke führende Wendeltreppe. Die Plattform wurde um 1916 vom späteren Besitzer, Univ. Prof. Dr. Alfred Berger, mit der Hilfe eines Verwandten eigenhändig in eine drehbare Kuppel umgebaut und als Sternwarte verwendet. […]

Der Salon – Zentralraum im Hauptgeschoß – besaß einen offenen Kamin und diente u. a. für Hausmusik aber auch als Bibliothek, die durch Podium und Balustrade gekennzeichnet ist. An der Decke des anschließenden Wohnzimmers befanden sich Fresken, die nicht mehr erhalten sind. […]

Die 1912 eingebaute Zentralheizung mußte erst 1994 ersetzt werden. [...]

Adolfstorgasse 21

Baujahr: 1898/99
Architekten: Büro Fellner & Helmer
Bauherr: Karl Forster

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