Karl Münichreiter (1891–1934)

Karl Münichreiter war einer der bekanntesten Widerstandskämpfer gegen das Regime Dollfuß. Er wurde im Februar 1934 von einem Standgericht zum Tode verurteilt.

Karl Münichreiter wurde er am 27. September 1891 in Niederösterreich geboren und wohnte ab 1918 mit seiner Frau in Ober St. Veit.

Während des ersten Weltkriegs wurde Münichreiter verletzt und war seitdem Invalide.

Ab 1918 war Münichreiter Mitglied der Sozialdemokraten, 1927 trat er dem Republikanischen Schutzbund bei, wo er auch Gruppenführer war und eine Handvoll Männer befehligte. Stützpunkt des Schutzbundes in Ober St. Veit war eine Baracke der Kinderfreunde am Goldmarkplatz. 1933 wurde der Schutzbund verboten und Münichreiter nutzte seinen Schrebergarten am Fuße des Roten Bergs als Waffenversteck.

Am 12. Februar 1934 erhoben sich Teile der Arbeiterschaft gegen die autoritäre Regierung von Bundeskanzler Dollfuß. Münichreiter und viele andere Schutzbündler versammelten sich in der Amalienschule und am Goldmarkplatz, um sich zu organisieren und Waffen auszufassen. Als sie von der Polizei umzingelt waren, kam es zu Schiessereien. Münichreiter flüchtete schließlich Richtung Roten Berg, wurde angeschossen und verhaftet.

Zwei Tage später, am 14. Februar, wurde er von einem Standgericht verurteilt - an ihm sollte ein Exempel statuiert werden. Das Urteil lautete auf „Tod durch den Strang“. Es wurde noch am selben Tag vollstreckt.

Münichreiter gilt als das erste Opfer der Justiz im Regime Dollfuß' und als einer der großen Märtyer der Februarkämpfe. 1984 wurde zu seinen Ehren ein Denkmal am Goldmarkplatz enthüllt:

„Er opferte sein Leben für Freiheit und Demokratie in
Österreich. Niemals vergessen“.


Die Münichreiterstraße in Unter St. Veit bzw. Lainz wurde 1946 nach ihm benannt.

Karl Münichreiter (1891–1934)

Karl Münichreiter (1891–1934)