Der erste Weltkrieg

Hietzing hat in der Kriegsgeschichte eine besondere Rolle.

Der Erste Weltkrieg war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien geführt wurde und über neun Millionen Menschenleben forderte.

Er wurde zunächst zwischen den Mittelmächten, dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn auf der einen Seite und den Entente-Mächten, Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen.

Wider Willen kamen Luxemburg und Belgien als Opfer hinzu, in das die Deutschen ungeachtet deren Neutralität nach dem Konzept des Schlieffenplans (Der Plan sollte einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland, mit österreich-ungarischer Hilfe, ermöglichen) einmarschierten. Im Verlauf des Krieges wurden die Mittelmächte durch das Osmanische Reich und Bulgarien verstärkt, während auf alliierter Seite unter anderem Japan, Italien, Portugal, Rumänien und die USA in den Krieg eintraten. Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte, die zu einer enormen Aufrüstung geführt hatten. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien, in denen insgesamt 1,35 Milliarden Menschen lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg weltweit auslöste, und der Folgen, die noch heute spürbar sind, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Hietzing hat in der Kriegsgeschichte eine besondere Rolle. Am Vorabend des I. Weltkrieges saß in der Maxingstraße 121 der einflussreiche Völkerrechtler Prof. Heinrich Lammasch und schrieb an seinem Werk „Auslieferungspflicht und Asylrecht“. Damit legte er den Grundstein, dass Österreich zum ersten Asylland der Welt wurde. Ein Land, wo sogar Flüchtlinge aus Uganda, Chile und Vietnam eine neue Heimat finden.

Die Bestrebungen der Sozialdemokraten Viktor Adler und Otto Bauer nach einem gerechten Wahlrecht in der Dämmerstunde der Monarchie wurden durch den weltweiten Konflikt unterbrochen.

„Österreich führt Krieg mit Russland, Serbien, Montenegro, Frankreich, England, Japan“ schrieb der Hackinger Feuerwehrhauptmann Schnobl in sein Brandrapport-Buch.

Die Feuerwehren unseres Bezirkes bildeten Verwundetentransportkolonnen unter dem Österr. Roten Kreuz. Bereits am 19.09.1914 treffen am Nordbahnhof zwei Verwundetenzüge mit 252 Mann ein. Am 20. Oktober sind es 1000 und zwei Tage darauf wieder 800 Verwundete. So setzen sich die Eintragungen fort und geben ein Spiegelbild von den Gräueln des Krieges.

Am 28.08.1918 gab es den ersten Fliegeralarm, dazu berichtet der Brandrapport Hacking: „Auf allen Strassen Hietzings wurde durch Hornisten, der erste Teil des militärischen Zapfenstreichs geblasen. Wir liefen auf die Strasse, doch nichts wurde wahrgenommen.“ An diesem Tag waren zwei italienische Flieger mit ihren „tollkühnen Kisten“ über Wien geflogen und haben Flugzettel abgeworfen. (Nur 15 Jahre nach dem ersten motorisierten Flug der Brüder Wright!).

Der Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu einer unmittelbaren Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise. Das Ende des „großen Krieges” war auch das Ende Österreich-Ungarns. Am 30. Oktober 1918 entstand der neue Staat Deutschösterreich (ab Oktober 1919 Republik Österreich genannt). Am 11. November gab Kaiser Karl I. eine Verzichtserklärung ab und verließ am gleichen Tag Schloss Schönbrunn und damit Wien; am 12. November 1918 wurde vor dem Parlamentsgebäude in Wien die Republik ausgerufen.