Das Karfreitagseck

Hietzings ungeborgener Schatz

Klettert man vom Adolfstor entlang der Tiergartenmauer den Himmelhof hinauf (der Weg um den Tiergarten ist an dieser Stelle besonders steil), biegt die Mauer am Ende der Steigung mit einem rechtwinkeligen Knick Richtung Osten ab. Die Mauer ist hier sehr niedrig und das Eck eignet sich hervorragend Baumstämme als Aufstiegshilfen an der Mauer zu platzieren. Mit Kenntnis dieser Begebenheit bekämpfte schon so mancher Wandersmann im Tiergarten erfolgreich seine abendliche Torschlusspanik.

Der Sage nach soll hier einst ein Kassier einer Wiener Bank weit über hunderttausend gestohlene Gulden vergraben haben. Dass ein allgemeines Schatzgraben bis dato erfolglos geblieben ist, hat einen ganz besonderen Grund: Es wird erzählt, dass der Schatz nur karfreitags von einem Menschen, der ohne Schuld und Fehler ist, geborgen werden kann.

Da es sich bei Schatzsuchern meist um Glücksritter (um nicht zu sagen Tagediebe) handelt, die sich lieber auf Fortuna als auf die Früchte redlicher Arbeit verlassen, wird dieser Schatz wohl noch lange im Verborgen bleiben.