Die Awaren in Hietzing

Die Awaren pflegten gutnachbarlichen Beziehungen mit den Baiern.

Ihre Hinterlassenschaften im Gräberfeld von Unter St. Veit dürften auf gutnachbarlicher Beziehungen mit den Baiern unter Herzog Tassilo ІІІ. (757-788) zurückgehen.

Bei Erdarbeiten wurde zwischen der Station Unter St. Veit und der Veitingergasse entlang der Verbindungsbahn ein Gräberfeld freigelegt, das mindestens vier Reiterbestattungen und eine unbestimmte Zahl von Frauengräbern enthielt. Die dabei aufgefundenen Gefäße zeigten die typische awarische Ausprägung und waren zum Teil mit einem Wellenband verziert. Auch für diese Zeit charakteristische dreiflügelige Pfeilspitzen aus Eisen fanden sich. Als besonders wertvolles Objekt wurde ein mit Palmetten ornamentierter Peitschenknauf geborgen. Dieses Fundstück weist auf einen höhergestellten awarischen Reiterführer hin. Dafür würden auch die reich vergoldeten Riemenzungen sprechen, die am Gürtelende befestigt wurden.

Auf die eingangs angedeuteten gutnachbarlichen Beziehungen der Awaren mit den Baiern dürfte das bisher einzige, östlich der Enns aufgefundene, frühbairische Grab in Zusammenhang zu bringen sein. Es wurde 1957 in der Sporstrasse, also im Raum des awarischen Gräberfeldes aufgedeckt.