Winter, F. J.

F.J. Winter hat sehr negative Erinnerungen an ihre ehemaligen Nachbarn.

Mein Vater, zwei seiner Brüder und eine seiner Schwestern lebten in Hietzing. Bis März 1938 waren sie Mitbewohner Hietzings, mein Vater dort ziemlich bekannt, die man bei Spaziergängen begrüßte und mit denen dann stehen blieb und etwas schwätzte. Nach dem „Anschluss“ standen 80% der nun arischen Nachbarn am Strassenrande um dem einziehenden Hitler zuzujubeln.

Dann betätigten sich diese 80% der arischen Nachbarn, die Juden auf der Strasse zu bespucken, zu beschimpfen und sie auf den Knien die Gehsteige mit ätzender Säure waschen zu lassen. Die zwei Brüder meines Vaters wurden im April auf der Strasse aufgeklaubt und nach Dachau gebracht. Im Mai wurden sie dort getötet, ihre Frauen erfuhren das, als ein SS-Mann an die Türe kam mit den Worten „Heil Hitler! Hiermit übergebe ich ihnen die Asche ihres Mannes. Heil Hitler!„

Die Schwester meines Vaters, zusammen mit ihrem Sohn und einer anderen Schwester, die nicht in Hietzing wohnte, kamen später in Theresienstadt ums leben. Wer will sich an solche Sachen eigentlich erinnern. Wir Juden können nur weinen und ihr Nichtjuden könnt Euch nur schämen wenn Ihr solche Ausstellungen machen wollt, oder Denkmäler errichtet.