Parkpickerl soll auf alle Bezirke Wiens ausgedehnt werden

Forderung aus allen Bezirken nach flächendeckendem und einheitlichen Parkpickerl für ganz Wien

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Foto: Bezirksvorsteher Gerhard Bischof, Bezirksvorsteher Georg Papai, Mobilitätsstadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy, NEOS-Klubobfrau Bettina Emmerling und Bezirksvorsteher Thomas Steinhart / Fotocredits: ©PID/Christian Fürthner

Parkpickerl soll auf alle Bezirke Wiens ausgedehnt werden

05.05.2021

Mobilitätsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher beauftragen Untersuchungen in Parkpickerl-freien Bezirken.

Nach der kürzlichen Ansage des Simmeringer Bezirksvorstehers Thomas Steinhart, aufgrund der unerträglichen Situation im 11. Bezirk das flächendeckende Parkpickerl notfalls auch im Alleingang umzusetzen, ist ein klassischer „Domino-Effekt“ für die angrenzenden Bezirke und darüber hinaus zu erwarten.

Schon heute ist der Ruf in vielen Gebieten Wiens nach einem Parkpickerl aufgrund der Parkplatznot groß. 2/3 der täglich rund 300.000 PendlerInnen kommen mit dem PKW nach Wien. Sie nutzen die Möglichkeit, ihr Auto kostenlos in den Parkpickerl-freien Bezirken abzustellen. Für die Wienerinnen und Wiener wird es zunehmend schwieriger, einen Parkplatz zu finden.

Eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Simmering würde aufgrund des „Domino-Effekts“ die Situation vor allem in Liesing und in der Folge auch in Hietzing massiv verschärfen und in weiterer Folge auch Auswirkungen auf den Rest Wiens haben.

Domino-Effekt für die Nachbarbezirke und Auswirkung auf ganz Wien.

Liesing ist als weiterer Flächenbezirk im Süden ganz unmittelbar von den Plänen Simmerings betroffen. Schon heute ist es laut Bezirksvorsteher Gerhard Bischof in vielen Gegenden des Bezirks nahezu unmöglich, einen Parkplatz zu finden, viele PendlerInnen nützen Liesing derzeit als Abstellort für ihren PKW. Bereits jetzt kratzt der Bezirk an der Auslastungsgrenzen von 80 Prozent, in Teilgebieten liegt die Auslastung des Parkraums bei 90-100 Prozent. „Dort besteht bereits heute – auch ohne die Ausweitung in Simmering – Handlungsbedarf“, so Bezirksvorsteher Gerald Bischof. Er erläutert, dass nach Berechnungen der MA 46 die Ausweitung in Simmering nachhaltige Auswirkungen auf Liesing haben. Es bliebe Einpendlern via A4, S1, A3, A2 im Süden Wiens nur noch Liesing zum Gratis-Tages- und Wochenparken.

Ähnliche Effekte sind auch für den Liesinger Nachbarbezirk Hietzing zu erwarten. Dort gibt es ebenfalls entlang der U4-Stationen bereits heute Kapazitätsengpässe. Mit einer Ausweitung in Simmering und Liesing ist mit zusätzlichem Stellplatz-Druck vor allem durch PendlerInnen zu rechnen.


Der weitere Zeitplan – Beschlussfassung vor dem Sommer

Die MA 46 überprüft daher nun in den nächsten Wochen die Situation in Floridsdorf und der Donaustadt und die Auswirkungen der Simmeringer Ausweitung auf die restlichen Bezirke. Sie erarbeitet die Grundlagen für die weiteren Schritte, noch vor dem Sommer soll es eine Beschlussfassung geben. Im rot-pinken Regierungsprogramm ist die Einführung des flächendeckenden und einheitlichen Parkpickerls für 2022 fixiert. „Wir wissen, wo der Schuh drückt und arbeiten intensiv an einer gemeinsamen Lösung, ich bedanke mich bei allen Beteiligten, den Bezirksvorstehern und unserem Koalitionspartner für die so intensive Arbeit in den letzten Monaten. Gemeinsam wollen wir die Weichen stellen, damit die Wienerinnen und Wiener auch künftig in einer lebenswerten Stadt leben, in einer Klimamusterstadt“, so Sima abschließend.

„Die Fortschrittskoalition ist eine Klimaschutzkoalition und eine wienweite Parkraumbewirtschaftung wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu unserem Ziel, Wien bis 2040 klimaneutral zu machen,“ stellt NEOS-Klubobfrau Bettina Emmerling fest. Auch der neu gewonnene Platz auf den Straßen würde neue Gestaltungsspielräume für die Bezirke und ihre AnwohnerInnen bieten. „Für NEOS ist mit einer wienweiten Lösung für das Parkpickerl der Grundstein gelegt, danach kann man die nächsten Schritte hinsichtlich dem Einsatz digitaler Technologien angehen“, so Emmerling weiter.

Rückgang der PKW-PendlerInnen, mehr freie Plätze für die WienerInnen und mehr Lebensqualität für alle

Denn eines ist sehr klar: Die Parkraumbewirtschaftung zeigt einen nachhaltigen Lenkungseffekt auf die Verkehrsmittelwahl und das Verkehrsverhalten in der Millionenstadt. Die Erfahrungen mit dem Parkpickerl seit 1993 zeigen klar: Es bringt mehr Lebensqualität für die Menschen in der Stadt, weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Die Menschen steigen vermehrt auf die Öffis um. Das Parkpickerl bringt merklich mehr freie Parkplätze für die Wienerinnen und Wiener und einen klar messbaren Rückgang der PKW-PendlerInnen. Sie kommen derzeit zu 2/3 mit dem PKW, während die Wienerinnen und Wiener nur zu 1/3 mit dem PKW und zu 2/3 mit Öffis, zu Fuß oder dem Rad unterwegs sind.

Laut Regierungsprogramm der Fortschrittskoalition soll der Anteil der PKW-PendlerInnen bis 2030 halbiert werden. Wien setzt in Sachen Mobilität auch weiterhin massiv auf den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs, auch bundesländer-übergreifend, dazu werden aktuell etliche Projekte geprüft. Die Parkraumbewirtschaftung ist ein weiteres Mittel zur Verkehrsberuhigung in der Millionenstadt. Aktuell sind 50 % der Stellplätze der Millionenstadt auf einem Gebiet mit Parkraumbewirtschaftung.

Den ganzen Artikel finden Sie hier:
https://www.wien.gv.at/presse/2021/05/05/forderung-aus-allen-bezirken-nach-flaechendeckendem-und-einheitlichen-parkpickerl-fuer-ganz-wien


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