Jugend Eine Welt: Ein Jahr Corona - die Hilfe geht weiter

„Gracias“ sagen Kinder in Ecuador für die Hilfe aus der „Unser tägliches Brot“-Kampag

Foto: SDB:JEW

Jugend Eine Welt: Ein Jahr Corona - die Hilfe geht weiter

12.03.2021

Jahresbilanz: Mit über 560.000 Euro konnten bisher zahlreiche Projekte von Jugend Eine Welt in 24 Ländern im Globalen Süden im Kampf gegen die Auswirkungen der Pandemie unterstützt werden.

Corona trifft auf Armut – mit vereinten Kräften helfen. Das war im März 2020 nach Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie das Motto der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Ein Jahr später lassen sich die „vereinten Kräfte“ in konkreten Zahlen ausdrücken: Insgesamt konnte Jugend Eine Welt bis Ende Februar 2021 langjährigen Don Bosco-ProjektpartnerInnen in 24 Ländern 563.734 Euro an Corona-Nothilfe zur Verfügung stellen.

„Für uns war damals sofort klar, dass wir da besonders helfen müssen“, sagt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Denn nicht nur die gesundheitlichen, sondern vor allem die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise haben in vielen der Jugend Eine Welt-Projektländer gerade jene Menschen getroffen, die schon zuvor kaum genug zum Leben hatten. Wie Wanderarbeiter, Tagelöhner, kinderreiche Familien, gefährdete Kinder und Jugendliche, soziale Randgruppen.

Mit der Nothilfe wurden jeweils Präventionsmaßnahmen wie Wasser und Seifenspender, der Einkauf von Hygieneartikeln, Medikamenten, Nahrungsmittel bis hin zu Unterrichtsmaterialien für den Onlineunterricht ermöglicht. Heiserer: „Diese rasche Hilfe war nur Dank unserer großzügigen Spender und Fördergeber möglich.“ Diese Hilfe war auch deshalb dringend nötig, da in vielen dieser Länder staatliche Förderungen, Überbrückungsfinanzierungen sowie ein gut ausgestattetes Gesundheitssystem nicht existieren oder für den ärmeren Teil der Bevölkerung nicht zugänglich sind.

Wo geholfen wurde
Die Don Bosco-ProjektpartnerInnen vor Ort – vielfach geübt in der Bewältigung von Krisen – haben je nach den lokalen Gegebenheiten Maßnahmen gesetzt. Im südamerikanischen Ecuador, das von der Pandemie besonders hart getroffen wurde, haben die Partner in mehreren Städten mit der Hilfskampagne „Unser tägliches Brot“ mittlerweile an tausende bedürftige Familien und Alleinerzieherinnen jeweils 60 Euro-Gutscheine für einen Lebensmitteleinkauf im Supermarkt verteilt. Wo keine Geschäfte in der Nähe sind, wurden die Lebensmittelpakete von Freiwilligen nach Hause zugestellt. Die Not ist groß, viele Menschen haben ihren Job und somit ihr Einkommen verloren, Zukunftsperspektiven fehlen. Zudem überschattet in Ecuador der Präsidentenwahlkampf die Coronabekämpfung. So wurden etwa bis vergangener Woche lediglich 60.000 Impfungen im Land durchgeführt.

Im südafrikanischen Kapstadt wurden drei Monate lang insgesamt 6.592 Menschen direkt mit Nahrungsmittel-Lieferungen unterstützt. „Damit konnte ich meiner Familie täglich eine Mahlzeit kochen, es war eine große Hilfe, denn mein Mann hat während des Lockdowns seinen Teilzeitjob als Gärtner verloren“, berichtete uns eine Frau aus Kapstadt. In vielen Ländern haben die Corona-Sperren des öffentlichen Lebens Menschen unmittelbar und sofort um ihre Verdienstmöglichkeiten gebracht. Deshalb waren kurzfristige Nahrungsmittelhilfen ganz besonders wichtig. Wie auch in Kenias Hauptstadt Nairobi, wo über 300 der ärmsten Familien von den dortigen Don Bosco Schwestern mit Lebensmittel versorgt wurden.

In Indien wurde mit finanzieller Unterstützung von Jugend Eine Welt über das landesweite Don Bosco-Netzwerk besonderes Augenmerk auf jene Menschen gelegt, deren Leben am stärksten vom Corona-Virus bzw. dessen Auswirkungen beeinflusst wurde. Das kam älteren, bereits unter gesundheitlichen Problemen leidenden Menschen ebenso zugute wie vielen benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie vielen der Wanderarbeiter. Heiserer: „Gerade jene Menschen sind es, denen die Regierung keine Unterstützung zukommen lässt. Für weltweit im Ausland tätige Studenten und Expats wurden umgehend gratis Rückholflüge organisiert, Millionen Wanderarbeiter aber mussten zu Fuß die Städte verlassen und hunderte Kilometer in ihre heimatlichen Dörfer marschieren, ohne mit irgendetwas versorgt zu werden.“ Durch Mitfinanzierung von Jugend Eine Welt wurde die Verteilung von Lebensmittelpaketen, Schutzmasken, Hygieneartikel, Unterrichtsmaterialien und Kleidung auf die Beine gestellt, Präventionskampagnen durchgeführt.

„COVID 19 hat uns überrumpelt und die Welt auf den Kopf gestellt. Wir sind immer noch dabei, die Folgen der Pandemie zu bewältigen. Für einige sind es alltägliche Unannehmlichkeiten, für andere sind sie lebensverändernd“, sagt der langjährige Jugend Eine Welt Projektpartner Noel Maddhichetty, SDB, Direktor des Don Bosco Network South Asia. Er sieht auch einen positiven Aspekt, nämlich die weltweit entstandene Solidarität bei der gemeinsamen Bewältigung der Pandemie: „Diese ist erst besiegt, wenn sie im letzten Ecke besiegt ist.“

Ungleichheiten abbauen
„Corona hat bereits bestehende Ungleichheiten in dieser Welt noch stärker zu Tage treten lassen“, sagt Reinhard Heiserer. Das zeige sich nun allein wieder mit der ungleichen Verteilung von Impfstoffen, die gerade für die ärmsten Länder zur harten Geduldsprobe wird. Hier dürfe, so Heiserer, die internationale solidarische Hilfe nicht einfach abreißen: „Reiche Länder dürfen sich nicht vordrängen und einfach den Weltmarkt aufkaufen - wir sind eine Menschheitsfamilie auf EINER Welt.“

Jugend Eine Welt wird sich nun nach der Unterstützung der meisten Projektpartner mit dem Allernotwendigsten besonders darum bemühen, die durch die Krise im Bildungsbereich aufgetretenen Lücken wieder zu schließen. Steigende Armut durch die wirtschaftlichen Verwerfungen hat vielfach dazu geführt, dass benachteiligte Kinder und Jugendliche ihre Schul- und Ausbildungskarrieren unter- oder sogar abbrechen mussten. Heiserer: „Hier werden wir auch in den nächsten Monaten und Jahren helfen, wo es notwendig ist, um so rasch wie möglich verlorenes Terrain in der weltweiten Armutsbekämpfung aufzuholen. Wir hoffen dabei wieder auf großzügige Partner, Spender und Fördergeber.“

Corona trifft Armut: Bitte unterstützen auch Sie die Corona-Hilfe von Jugend Eine Welt!


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