Fürsorgliche Betreuung für Kinder mit Behinderung in Bethlehem

Passende Brille hilft - im Lifegate-Kindergarten

Foto: lifegate

Fürsorgliche Betreuung für Kinder mit Behinderung in Bethlehem

01.12.2020

Wichtige Hilfe für gehörlose, sehschwache und chronisch kranke Kinder

Asma ist seit kurzem wieder da. Aus Angst vor Corona war das junge, im Rollstuhl sitzende Mädchen lange nicht im Zentrum. Leider hat Stress, gepaart mit weiteren gesundheitlichen Problemen, bei Asma einen Hörsturz ausgelöst. Ihr bis dahin eingeschränktes Hörvermögen hat sie nun vollständig verloren. Aber der Aufenthalt im Tageszentrum, die sozialen Kontakte dort, die tun ihr sichtlich gut. Gleich wie den anderen Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, die hier im Lifegate-Rehabilitationszentrum in Beit Jala bei Bethlehem täglich betreut werden.

Anlässlich des „Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen“ am 3. Dezember stellt Jugend Eine Welt eines der jüngsten Projekte vor, die nun von der Hilfsorganisation im Nahen Osten unterstützt werden: Das „Lifegate Early Childhood Development for Children with Disabilities“, der im Lifegate-Zentrum angesiedelte, ganzheitliche Förderkindergarten für bis zu 60 Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen im Alter von 3 bis 6 Jahren. „Im Moment arbeiten wir hier soweit wieder normal“, berichtete vor kurzem Burghard Schunkert, der verantwortliche Projektpartner vor Ort. Nach dem ersten großen Lockdown im vergangenen Frühjahr ist „die Zahl unserer Kinder im Kindergarten und der Förderschule wieder auf dem Stand wie vor dieser Zeit.“ Die nun erneut stark steigenden Covid-19-Infektionszahlen in Palästina geben allerdings Anlass zur Sorge.

Was gebraucht wird
Gehhilfen, Rollstühle, Brillen, Hör- und orthopädische Geräte zählen neben Unterstützung für die anfallenden Kosten der medizinischen Untersuchungen und Therapien zu den „Weihnachtswünschen“ der Kleinsten im Kindergarten. Im Westjordanland, in allen palästinensischen Gebieten haben es Menschen mit Beeinträchtigung schwer, dass auf ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Kinder und Jugendliche leben am Rande der Gesellschaft. Staatliche Unterstützung, öffentliche Förder- und Bildungsprogramme gibt es praktisch keine. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage in Palästina bleiben vor allem die Schwächsten zuerst auf der Strecke.

Im Lifegate-Kindergarten werden nicht nur die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Kinder schon ab dem frühesten Alter gefördert und verbessert. Hilfe und vor allem Ermutigung gibt es auch für deren Eltern. Die Warteliste für einen Platz in dieser Einrichtung ist lange, denn einen solch spezialisierter Kindergarten gibt es sonst nirgends in der Region.

Masken behindern Lippenlesen
Im Frühjahr kam durch den Lockdown das ganze Leben im Ort zum Stillstand. LehrerInnen und TherapeutInnen mussten ebenso wie die Kinder wochenlang zuhause bleiben. Verzweifelte Eltern fragten an, wie sie denn in dieser Situation daheim klar kommen sollen. Via Telefon und Computer wurde so gut es ging ein „Homeschooling“ eingerichtet. Das hat dazu geführt, dass manche Eltern das erste Mal so richtig aktiv mit ihrem Kind etwas gelernt haben. Für gehörlose Kinder war die Kommunikation über den Bildschirm mit den Betreuern sogar eine kleine Erleichterung: Da so niemand eine Maske aufsetzen musste, konnten die Kinder ohne Probleme deren Lippen lesen.

„Wir hoffen, dass sich die Corona-Situation in Bethlehem nicht noch einmal zuspitzt und die Einrichtung de facto schließen muss“, sagt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Im Zentrum in Beit Jala hat man ansonsten „Leben und Arbeiten“ mit Corona dank entsprechender Sicherheitsvorkehrungen ganz gut im Griff. Natürlich, eine Umarmung, eine freundliche Berührung, einfach körperliche Nähe, die speziell für junge Menschen mit Behinderung oft sehr wichtig ist, das ist bis auf weiteres nicht möglich.


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