Gesunde Mundschleimhaut trotz Krebs

Die Infektion der Mundschleimhaut ist eine häufige, unangenehme Nebenwirkung einer Chemotherapie.

Foto: St. Josef Krankenhaus Wien

Gesunde Mundschleimhaut trotz Krebs

27.04.2018

Ein „Mundpflegepass“ und ein spezielles Mundpflegeset sollen helfen, diese Infektionen zu vermeiden.

Im Rahmen des „Tumorzentrums“ hat sich das St. Josef Krankenhaus auf die Behandlung von Krebserkrankungen mit Schwerpunkt auf Brust, Darm, Speiseröhre und Magen spezialisiert. Von der Diagnostik über die individuelle, für den Patienten maßgeschneiderte Behandlung bis hin zur Nachsorge bietet das St. Josef Krankenhaus viele Leistungen aus einer Hand. In Bereichen wie der Strahlentherapie oder der Pathologie bestehen Kooperationen mit externen Partnern.

Es ist ein Teufelskreis: Die bei einer Chemotherapie verabreichten Medikamente hemmen nicht nur das Wachstum von Krebszellen, sondern wirken auch auf andere rasch wachsende Zellen, wie z. B. die der Mundschleimhaut. „Ist die Mundschleimhaut geschädigt, verliert sie ihre Barriere-funktion. Die Patientinnen und Patienten sind leichter anfällig für Infektionen“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Leopold Öhler. Er ist Leiter der Onkologie im St. Josef Krankenhaus Wien und dem Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien, beides Spitäler der Vinzenz Gruppe. Beginnt es im Mund dann auch noch zu schmerzen, haben die Betroffenen meist weniger Appetit und damit ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung. Auch das sollte bei einer Krebstherapie möglichst vermieden werden, um den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden.

Beobachtung der Mundschleimhaut bringt Vorteile
„Aus der Pflegeforschung weiß man, dass es von Vorteil ist, wenn die Betroffenen ihre Mund-pflege dokumentieren und auf mögliche Probleme achten“, beschreibt DGKP Indira Holub, MPH. Sie hat gemeinsam mit DGKP Ana Cartaxo, Pflegeexpertin im Barmherzigen Schwestern Krankenhaus Wien, einen „Mundpflegepass“ für onkologische Patientinnen und Patienten entwickelt. Der Pass wird gemeinsam mit einem Set an Mundpflegeprodukten an die Patientinnen und Patienten verteilt und soll ihnen helfen, Wunden und Infektionen im Mund zu vermeiden.

Der erste Teil beinhaltet einfach verständliche Informationen zur Reinigung von Mundhöhle und Zahnfleisch und gibt auch über mögliche Anzeichen einer Mundschleimhautinfektion Auskunft. Typische Symptome sind z.B. trockene bzw. rissige Lippen, eine belegte Zunge mit Bläschen, geschwollenes Zahnfleisch oder auch Schmerzen beim Schlucken und eine heisere Stimme. „Wichtig ist, dass die Patientinnen und Patienten den Mund jeden Tag inspizieren, vor allem dann, wenn sie Veränderungen spüren“, betont die Pflegeexpertin im St. Josef Krankenhaus Wien.

Der zweite Teil des Mundpflegepasses besteht aus einem Protokoll, in dem täglich der Zustand der Mundschleimhaut, die Maßnahmen zur Mundpflege oder auch die Ernährung dokumentiert werden. „Nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch die Pflegepersonen erhalten damit ein gutes Bild, wo noch Pflege- oder Schulungsbedarf besteht“, erklärt Indira Holub. So ist es z. B. auch bei offenen Stellen oder schmerzender Mundschleimhaut wichtig, sie weiterhin mit Tupfern oder Schwämmen zu pflegen und sie möglichst benetzt zu halten.

Ergänzt wird der Mundpflegepass im St. Josef Krankenhaus Wien noch um ein speziell zusammengestelltes Pflegeset, unter anderem mit einer Zahnpasta, einer geeigneten (sehr weichen!) Zahnbürste, einem Lippenbalsam oder auch einigen Ampullen Kochsalzlösung. „Mundspülungen mit Kochsalzlösungen sind sehr effektiv, da sich damit die Mundschleimhaut am besten feucht halten lässt“, berichtet Indira Holub. Diese und andere Tipps zur richtigen Mundpflege finden sich im Mundpflegepass.

Hintergrundinformation:

Das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien ist eine Fachklinik für den gesamten Verdauungstrakt, urologischen Bereich, Onkologie und Psychosomatik.


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