Bürgerinitiative „Küniglbergwald“

Die Rodungen am Küniglberg gehen weit über das übliche Maß der Baumpflege hinaus, meint eine Hietzinger Bürgerinitiative

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Foto: Bürgerinitiative Küniglberg-Wald

Bürgerinitiative „Küniglbergwald“

08.02.2016

Die Bürgerinitiative berichtet:

„Besorgte Bürgerinnen und Bürger erreichten über Interventionen bei der Bezirksvertretung einen vorläufigen Rodungsstopp. Allerdings sind auf ¾ der Fläche des Küniglberges bereits die größten und stärksten Bäume geschlägert worden.

Zum Beispiel: Als der Rodungsstopp für den 17.12.2015/ 16.00 Uhr schon bekannt war, wurden am selben Tag um 14.00 Uhr noch drei Buchen -nur eine war gekennzeichnet- gefällt und unverzüglich abtransportiert. Der Restwald wurde in unvorstellbarer Verwüstung zurückgelassen. Abgerissene kleine Bäumchen, überall Zweige und Äste überzogen das Gelände; die Flurschäden, welche die großen Gerätschaften hinterlassen haben, sind beachtlich. Von der Gloriettegasse bergauf – eine Zufahrt der Transportmaschinen-ist eine breite Schneise, deren Erde betonhart, gewiss nicht mehr Wasser aufnehmen kann, um irgendetwas wachsen zu lassen. Erosionen des Bodens sind vorhersehbar.

Während man parallel zu diesem Geschehen über Erderwärmung und Klimaschutz sinniert, wurde hier ein Waldgebiet mit hundert Jahre alten Bäumen in desaströser Weise, unter dem Vorwand der Waldpflege, misshandelt. Eine Missachtung gegen jeden Trend des Klimaschutzes! Effizienzkriterien überlagerten offenbar jede vernünftige Pflege eines funktionalen Ökosystems und wurde mit mittlerweile überholten Pflegemaßnahmen (Abschneiden, um Jungwald Platz zu schaffen) erklärt. Für die nächsten 50 – 100 Jahre wird es nicht mehr einen vergleichbaren Altbaumbestand geben.

Die Bürgerinitiative KÜNIGLBERG – WALD wird in Zukunft kompetente Kontrollen für dieses Gebiet und Ersatzpflanzungen fordern. Keinesfalls sollte aus diesem Wiener Unikat – ein Wäldchen mitten in der Stadt – ein Park, wie alle anderen werden. Der Ort „ wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“ soll wieder Tieren Zuflucht geben, die in hohlen Baumstämmen Nester bauen, Menschen erfreuen, die die Kühle des Waldes im Sommer genießen wollen und den Schutz vor Regen unter einem grünen Blätterdach schätzen.

Die Bürgerinitiative KÜNIGLBERG-WALD konnte einen sofortigen Stopp der Arbeiten erreichen. Diese werden frühestens im Herbst und nach genauer Prüfung fortgesetzt. Zudem wird es in der nächsten Woche eine Bürgerversammlung geben, bei der die Verantwortlichen Antworten geben müssen und über konkrete Maßnahmen zur Schadensminimierung gesprochen werden muss. Dazu sind wir bereits mit den zuständigen Magistratsabteilungen in engem Kontakt (Stadtgärten, Forstamt, Umweltamt) und auch die Umwelt-Anwaltschaft haben wir eingeschaltet. Erfreulich ist, dass es von politischer Seite (Bezirksbehörden und Parteien, Umwelt Stadträtin, Wiener Grüne) sehr positive Signale gibt, unsere Forderungen zu unterstützen“

Die Forderungen der Initiative

Daher fordern wir:
• Wiederherstellungsauftrag als Ersatz für die gefällten großen alten Bäume, die durch sachgemäße Behandlung noch Jahre bis Jahrzehnte das Ambiente des Waldes erhalten und das Ökosystem aufrechterhalten hätten;

• Umfangreiche Ersatzpflanzungen heimischer Gehölze (Buche, Esche, Erle, Ahorn,Föhre,Eiche)

• Sanierende Kronenschnitte

• Sanierung des Waldbodens und der entstandenen Schneisen und der Flurschäden;

• Abschneiden der geknickten und gefährlich lose an den Bäumen hängenden Ästen;

• Aufräumen des überall wild herumliegenden Astwerks; Asthaufen als Unterschlupf für Tiere;

• Sanierung der Gehwege, Bänke, Wegweiser

• Erstellen eines ökologischen nachhaltigen Landschaftspflegeplanes, der die Fauna mit einbezieht und den Wald als naturnahen Wald erhält (keine Parkanlage!)

• Verpflichtende Einbeziehung des Bezirkes bei allen Maßnahmen der Waldpflege und Benennung eines verantwortlichen Aufsichtsorganes;

• Kontrollierte Fällungen ausschließlich von Bäumen, die eine Gefährdung darstellen (frühestens im Winter 2017 und schonende Durchführung der Baumentnahmen mit kleinen Geräten

• Beiziehung der Umweltschutzbehörde

• Zurücklassen von dicken Stämmen als Totholz für Nützlinge, um das Ökosystem stabil zu erhalten;

Kontakt zur Bürgerinitiative
Bürgerinitiative Küniglbergwald
Mag. Gerhard Babor
gerhard.babor@aon.at


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