Wir vergessen nicht auf andere Krisenherde in der Welt

Jugend Eine Welt hilft neben der Ukraine auch weiter in Ländern wie Haiti und Äthiopien

Foto: SDB/Jugend Eine Welt

Wir vergessen nicht auf andere Krisenherde in der Welt

01.04.2022

„Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind bereits in vielen anderen Regionen der Welt zu spüren“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Heiserer, der selbst gerade von Projektbesuchen in Kolumbien und Ecuador zurückgekehrt ist, sieht Anzeichen dafür besonders in Ländern, die schon länger an den Folgen von Naturkatastrophen sowie kriegerischen Konflikten zu leiden haben und auf Hilfe angewiesen sind. Allein der drohende Ausfall an Getreidelieferungen und Düngemittel samt stark steigenden Lebensmittelpreisen, lässt die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung in Ländern wie etwa Haiti oder Äthiopiens Konfliktregion Tigray immer schwieriger werden. Zudem bindet die internationale humanitäre Nothilfe für die Menschen in und aus der Ukraine bei vielen Organisationen Ressourcen und Kapazitäten. Auch Jugend Eine Welt ist hier zur Zeit stark engagiert, rasch, kompetent und vorausschauend zu agieren.

„Wir vergessen aber nicht auf andere Krisenherde in der Welt“, sagt Heiserer. Wie zum Beispiel auf die karibische Inselrepublik Haiti, eines der ärmsten Länder weltweit. Das Land ist nach der schweren Erdbebenkatastrophe im Jahr 2010, dem weiteren großen Beben im Vorjahr, der Corona-Pandemie und den instabilen politischen Verhältnissen ohnehin schwer gezeichnet. UN-Organisationen wie das Welternährungsprogramm (WFP) warnen nun aktuell davor, dass die Zahl der hungernden Menschen im Land durch den „Ukraine-Effekt“ und die weiter absinkende Kaufkraft armer Haushalte deutlich ansteigen wird.

„Es leben ja schon gut zwei Drittel der rund elf Millionen Einwohner Haitis in tiefer Armut“, so Heiserer. Die triste Lage trifft besonders Kinder und Jugendliche – nicht nur ihre Ernährung ist gefährdet, sondern auch ihr Schulbesuch sowie die Möglichkeiten, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Hier unterstützt Jugend Eine Welt seine Don Bosco-ProjektpartnerInnen an verschiedenen Standorten weiter kräftig, damit sie den Betrieb in ihren Kindergärten, Volks- und weiterführenden Schulen sowie den Berufsausbildungsstätten aufrecht erhalten können. Damit junge Menschen kein Ende ihrer Bildungs-Karriere erleben. Zudem bekommen viele Kinder in den Einrichtungen täglich mindestens eine Mahlzeit. Was dazu beiträgt, deren Familien bei der Beschaffung von Essen etwas zu entlasten.

Hoffnung in Äthiopien
Einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Region Tigray in Äthiopien, in der seit nunmehr 17 Monaten der Bürgerkrieg wütet. Überraschend hat Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed vor wenigen Tagen einen „unbefristeten humanitären Waffenstillstand“ im Tigray-Konflikt verkündet. Ob sich damit die verheerende Lebenssituation für die in der Region verbliebenen Menschen verbessern lässt, bleibt allerdings abzuwarten. Zuletzt war Tigray de facto abgeriegelt, Lieferungen der internationalen humanitären Hilfe in Form von Lebensmittel, Wasser und Medikamente wurden immer wieder behindert oder gar unterbrochen. Die Verteilung von Hilfsgütern scheiterte vielfach auch am Mangel an Treibstoff.

„In Tigray ist man praktisch auf Selbstversorgung angewiesen, mit den wenigen noch vorhandenen Grundprodukten wird Essen hergestellt“, so Heiserer. Der Nachschub an Getreide wie Weizen aus der Region ist aufgrund der anhaltenden Dürre und Heuschreckenplage ebenso wie durch zerstörte Anbauflächen nur schwer zu bewerkstelligen. Trotz schwieriger, immer wieder unterbrochener Kommunikationskanäle konnten „wir den Kontakt zu unseren Don Bosco-Partner in Adwa bisher halten und sie etwa mit Geldüberweisungen dabei unterstützen, bei Herstellern in der Region, die noch über Getreidevorräte verfügen, Mehl einzukaufen.“ Damit wird gemeinsam mit freiwilligen Mitarbeiterinnen Brot gebacken und an die vielen bedürftige Familien und Kinder verteilt.

Export-Probleme
Wie rasch sich der Ukraine-Krieg und seine (wirtschaftlichen) Folgen selbst auf tausende Kilometer entfernte Länder auswirkt, hat Reinhard Heiserer aktuell in Ecuador gesehen: „Hier ist die Exportwirtschaft massiv betroffen, abertausende Arbeitsplätze sind bedroht.“ Russland und die Ukraine zählen für Ecuador etwa zu den größten Abnehmerländern von Schnittblumen wie Rosen, die jetzt nicht mehr geliefert werden können. Blumen gehören wie Bananen zu den wichtigsten Exportartikeln Ecuadors. Allein in die Ukraine wurden zuletzt 20 Container mit Bananen pro Woche transportiert. Jetzt müssen rasch neue Abnehmer gefunden werden. In Ecuadors Bananenplantagen arbeiten gut 120.000 Menschen. Verliert nur ein Teil davon ihre Arbeit, löst dies im Land große soziale Probleme aus.


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