Hilfe für die „Friedhofskinder“ in Monrovia

Jugend Eine Welt unterstützt Arbeit der Projektpartner in Liberia / Gedenken an verstorbene SpenderInnen

Foto: Jugend Eine Welt

Hilfe für die „Friedhofskinder“ in Monrovia

27.10.2021

Erinnern und Gedenken. Diese Dinge verbinden in den kommenden Tagen viele Menschen in Österreich, wenn sie rund um Allerheiligen und Allerseelen einen Friedhof besuchen. Anderswo sind Friedhöfe jedoch kein Ort, an dem der Verstorbenen gedacht wird, sondern ein Zufluchtsort für Lebende. Am zentral gelegenen Palm Grove Friedhof von Monrovia, der Hauptstadt Liberias in Westafrika, suchen immer wieder obdachlose Kinder und Jugendliche einen Unterschlupf. Dieses seit langem verwaiste Reich der Toten bietet ihnen Schutz vor patrouillierenden Polizisten und einen regengeschützten Schlafplatz unter aufgebrochenen Grabplatten und in Nischen in den von den Überresten der Toten befreiten Gräbern.

„Zerrüttete Familien, Armut, ein mangelhaftes Schulsystem, fehlende Arbeitsplätze – all das treibt junge Menschen in Liberia auf die Straße“, berichtet der langjährige Jugend Eine Welt-Partner Lothar Wagner, SDB. Nach zweijährigem Einsatz im Südsudan ist Wagner nun wieder in Monrovia stationiert, wo er sich erneut mit großem Engagement um die „Friedhofskinder“ kümmert. Zuhören, reden, Vertrauen aufbauen, Perspektiven aufzeigen – und ein warmes Essen anbieten. Das ist es, was Bruder Lothar und seine Kollegen unternehmen, um die oft drogenabhängigen oder der Prostitution nachgehenden Kinder wieder von der Straße zu holen. Ein Unterfangen, das viel Fingerspitzengefühl und einen langen Atem erfordert.

Kinder im Gefängnis
Ein weiterer Brennpunkt der Arbeit von Bruder Lothar ist das Zentralgefängnis in Monrovia. Hier werden jugendliche Straftäter gemeinsam mit Erwachsenen eingesperrt – ein eindeutiger Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Überfüllte Zellen, Gewalt und Übergriffe der Erwachsenen auf Jugendliche stehen an der Tagesordnung. Selbst Minderjährige landen hier oft schon wegen kleinster Vergehen. Ohne Aussicht auf ein ordentliches Verfahren oder sonstiger Unterstützung. Soweit möglich, versorgen die Salesianer die Jugendlichen mit Wasser und Essen, organisieren eine medizinische Betreuung und mitunter einen Rechtsbeistand.

Wiederholt hat Bruder Lothar staatliche Stellen auf diese Missstände hingewiesen. Was nun Wirkung zeigen dürfte: Wagner wurde nicht nur um Mithilfe bei der Reform von Liberias Jugendstrafrecht gebeten, die Regierung hat den Salesianern zudem ein Grundstück samt Gebäuden angeboten, auf dem diese ein Rehabilitationszentrum für straffällig gewordene junge Menschen einrichten könnten. „Es braucht noch einige Gespräche dazu und vor allem finanzielle Mittel für Renovierung und Ausbau der Gebäude, da wollen auch wir Bruder Lothar und sein Team mit Hilfe großzügiger Spender und Fördergeber unterstützen“, sagt Reinhard Heiserer, Gründer und Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.

Gedenken am Friedhof
Menschen wie Lothar Wagner sind „stille Helden“, die sich ohne große Worte darüber zu verlieren für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen. Solche engagierte Helden gibt es viele unter den ProjektpartnerInnen, SpenderInnen und Wohltätern von Jugend Eine Welt. An alle bereits verstorbenen Freunde und Förderer gedenkt Jugend Eine Welt auch heuer zu Allerseelen wieder an der am Friedhof Wien-Hietzing aufgestellten Don Bosco Statue – ein ganzjähriger „Erinnerungsort“ der besonderen Art.

Ein „leuchtendes“ Erinnerungszeichen an unsere verstorbenen TestamentsspenderInnen wird zudem am 28. Oktober am Friedhof Baumgarten in Wien-Penzing im Rahmen der Initiative „Vergissmeinnicht“ gesetzt.


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