Speiseröhrenkrebs: Eingriff nur für Spezialisten

Vor kurzem wurde im St. Josef Krankenhaus Wien die hundertste Speiseröhren-entfernung durchgeführt. Dem Patienten geht es gut.

Foto: St. Josef Krankenhaus Wien

Speiseröhrenkrebs: Eingriff nur für Spezialisten

03.06.2019

Die operative Behandlung von Speiseröhrenkrebs ist komplex und darf nur in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt werden. Das Zentrum für Speiseröhren- und Magenchirurgie im St. Josef Krankenhaus Wien ist seit 2015 eine davon. Vor Kurzem wurde hier die hundertste Speiseröhrenentfernung durchgeführt.

Mit rund 400 Neuerkrankungen pro Jahr ist Speiseröhrenkrebs („Ösophaguskarzinom“) eine relativ seltene Tumorerkrankung. Betroffen sind vor allem Männer – doch auch hier holen die Frauen auf: „Waren vor 20 Jahren Männer noch acht- bis neunmal so häufig davon betroffen, liegt das Verhältnis nun schon bei 4:1“, erläutert Primarius Univ.-Prof. Dr. Johannes Zacherl, Leiter der Chirurgie und des Zentrums für Speiseröhren- und Magenchirurgie, das Anfang 2015 im St. Josef Krankenhaus etabliert wurde.

Während das meist mit Alkohol und Rauchen in Verbindung stehende Plattenepithelkarzinom in westlichen Ländern abnimmt, steigt die Zahl an Adenokarzinomen. „Das hat viel mit unserem westlichen Lebensstil zu tun. Übergewicht, zu wenig Bewegung, Stress, spätes und schweres Essen am Abend, vielleicht noch mit einem Gläschen Wein dazu – all das führt zu vermehrtem Reflux und erhöht das Risiko“, so der Chirurg.

Ösophagus-OP nur in speziellen Zentren
„Leider wird die Erkrankung oft sehr spät diagnostiziert. Meist sind es länger anhaltende Schluckbeschwerden oder auch ein ungewollter Gewichtsverlust, der die Betroffenen zum Arzt führt“, beschreibt Primarius Zacherl. Die Behandlung des Karzinoms richtet sich nach dem Tumorstadium ebenso wie nach dem Gesundheitszustand des Patienten. Mittel der Wahl sind neben der operativen Entfernung des Tumors die Chemo- und Strahlentherapie, oft werden die Verfahren auch kombiniert. Die Statistik zeigt, dass nur etwa bei jedem dritten Patienten eine Operation in Frage kommt. Ist der Krebs noch im Anfangsstadium und auf die Schleimhaut der Speiseröhre begrenzt, kann meist endoskopisch und speiseröhrenerhaltend operiert werden. Bei einem fortgeschrittenen Tumorstadium ist hingegen ein sehr aufwendiger Eingriff nötig, der nur in spezialisierten Zentren mit einer Mindestfallzahl von zehn Operationen pro Jahr durchgeführt werden darf. „Mit jährlich 25 bis 30 Operationen ist das St. Josef Krankenhaus in Österreich ganz vorne dabei“, so der Chirurg. Vor kurzem wurde nun im Ordensspital im 13. Wiener Gemeindebezirk, das unter anderem auf die Bereiche Onkologie und Tumorchirurgie spezialisiert ist, die hundertste Ösophagus-Resektion durchgeführt. In ganz Österreich erfolgen pro Jahr etwa 150 bis 180 solcher Operationen.

Komplexe Behandlung im interdisziplinären Team
Bei einer Ösophagus-Resektion wird ein großer Abschnitt der Speiseröhre entfernt und aus Teilen des Magens rekonstruiert. Der Zugang zur Bauchhöhle erfolgt im St. Josef Krankenhaus routinemäßig in minimalinvasiver Technik (laparoskopisch), zur Speiseröhre über einen muskelschonenden Schnitt rechts am Brustkorb. Mit der Entfernung möglichst vieler Lymphknotenstationen wird das Risiko des Neuauftretens der Erkrankung reduziert. Der Eingriff dauert ca. sechs Stunden, der darauffolgende Krankenhausaufenthalt meist zehn bis 14 Tage. „Essenziell ist bei dieser komplexen Operation die enge Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Disziplinen, wie z. B. der Anästhesie, Onkologie, Strahlen-therapie, Radiologie oder auch der Pflege, Physiotherapie und Psychologie“, beschreibt Zacherl.

Gesunder Lebensstil zur Vorbeugung
Und was kann man nun tun, um einer Erkrankung wie Speiseröhrenkrebs vorzubeugen? „Mit einem gesunden Lebensstil ist schon viel getan“, so der Experte. Neben ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung, Reduktion von Übergewicht und Verzicht auf das Rauchen, Reduktion des Kohlehydratanteils und Alkoholkonsums empfiehlt er ein möglichst frühes und leichtes Abendessen – und die regelmäßige Kontrolle einer eventuell vorhandenen Refluxerkrankung.


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