Kommt jetzt doch das Parkpickerl?

Nach Währing und Döbling gibt es nun Gerüchte, dass auch Hietzing „fällt“ und das Parkpickerl einführen könnte.

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Kommt jetzt doch das Parkpickerl?

31.12.2015

Von „Wozu brauchen wir das Parkpickerl? Das ist alles nur reine Abzocke" bis hin zu „Die Parkplatzsituation ist unmöglich. Bitte sofort das Parkpickerl, damit die Hölle aufhört“: die Rückmeldungen vieler Hietzingerinnen und Hietzinger zu diesem Thema könnten unterschiedlicher kaum sein.

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(über 4.000 Beiträge!)

Abstimmung 2013 brachte eindeutiges Ergebnis

Hietzings Bevölkerung hat im Februar 2013 abgestimmt - über 57% der Wahlberechtigten nutzten die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun. Das Votum war eindeutig: über 78% stimmten dagegen. Hier finden Sie den Bericht von 2013

Die Entwicklung seit der Abstimmung

Zur Zeit der Abstimmung gab es das Parkpickerl weder in Meidling noch Penzing. Man könnte fast meinen, die Bevölkerung wusste nicht, was da auf sie zukommt: in beiden angrenzenden Bezirken wurde das Parkpickerl sehr wohl eingeführt und das sorgte für eine enorme Veränderung der Parkplatzsituation. Es ist anzunehmen, dass eine erneute Befragung ein anderes Ergebnis bringen würde.

Pendler, fast alle aus dem Westen und Süden Wiens, hatten gar keine andere Wahl, als auf den 13. Bezirk auszuweichen. Die Straßen und Gassen, wo eine U4-Station in der Nähe ist, sind seitdem Zielgebiet Nummer 1 der einfahrenden Pendlerfahrzeuge. Für die Anrainer hat das nur eines zur Folge: jetzt muss täglich Parkplatz gesucht werden. Manche berichten von 45 Minuten sinnlosem Herumkurven. Das ist zeitraubend und mit Sicherheit nicht gut für Umwelt & Menschen. Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen.

Die betroffenen Gebiete

Die U4 dürfte für die meisten Pendler die Schnellverbindung ihrer Wahl sein. Auch rund um den Bahnhof Hütteldorf gibt es nur noch ein Gebiet, in dem kostenlos geparkt werden kann: Hacking. Die P&R Anlage ist seit langem ausgebucht und bietet dadurch keine Alternative mehr. Das ist der Grund, warum vor allem die Gebiete zwischen Hietzinger Hauptstraße und Wiental davon betroffen sind. Viele Anrainer sind verzweifelt - das erkennt man, wenn man einschlägige Beiträge in der Hietzinger Diskussionsgruppe „Parkpickerl“ (über 4.000 Beiträge!) liest.

Lainz & Speising nicht betroffen

Nicht betroffen sind die Lainzer & Speisinger - und dadurch stößt eine Einführung dort auf wenig Verständnis. Rund um die Schnellbahnstation Speising ist die Situation nicht so dramatisch wie rund um die U4, wer auch noch z.B. rund um die Hermesstraße wohnt, bekommt niederösterreichische Kennzeichen nur zu Gesicht, wenn Gäste von außerhalb zu Besuch kommen. Und diese finden dann problemlos einen Parkplatz vor der Tür. „Parkpickerl in Lainz? Reine Abzocke“ - das sind die verständlichen Reaktionen der dortigen Bevölkerung. Eine nicht-flächendeckende Einführung des Parkpickerls in Hietzing würde diese Gebiete aber wahrscheinlich sowieso „verschonen“.

Mögliche Lösung Anrainerparkplätze?

In einigen Teilen Wiens wurden die Anrainerparkplätze bereits eingeführt. Die wichtigen Fakten: sie sind kostenlos für Anrainer (!) und dürfen auch von Fahrzeugen benutzt werden, die eine Behindertenkennzeichnung aufweisen. Nachteil: andere Hietzinger dürfen dort nicht stehen bleiben - auch nicht mit Kurzparkschein.

Anrainerparkplätze: Wichtige Fragen dazu

Einige Fragen gibt es dabei zu klären: wieviele Parkplätze können so geschaffen werden? Es ist unrealistisch, dass der gesamte Bereich rund um die Auhofstraße in Anrainerparkplätze umgewandelt wird. Das macht auch wenig Sinn, denn: was macht man, wenn man von Bekannten und Familie besucht werden möchte - denn hier dürfen nur Anrainer stehen, alle anderen Hietzinger sind ausgenommen. Und: braucht man überhaupt so viele Stellplätze? Was sagen die ansässigen Unternehmer, die möglicherweise Parkplätze für weiter gereiste Kundschaft benötigen? Anrainerparken macht also nur in ausgewählten Grätzeln Sinn - und ob das die Lösung ist angesichts der enormen Anzahl an Autos (auch die beliebten, riesigen SUVs verschärfen die Situation!), sei dahingestellt. Eine Überlegung wäre es aber auf alle Fälle wert.

Parkpickerl überall oder nur in Teilen des Bezirks

Von vielen wird das Parkpickerl nur als „Abzocke“ der Rot-Grünen Stadtregierung gesehen. Fakt ist, dass in vielen betroffenen Gebieten seit Einführung jedoch viel mehr freie Parkplätze zur Verfügung stehen. Würde das Parkpickerl im ganzen Bezirk eingeführt werden, vergrault man die Lainzer & Speisinger, die Parkplatzprobleme meist nur vom Hörensagen kennen. Führt man es nur stellenweise ein (z.B. zwischen Wiental und Hietzinger Hauptstraße), so ist eine Verschiebung der Parkplatzproblematik in die Cottage-Lage möglich - und damit wäre die nächste Unmuts-Welle bereits im Anrollen.

Vorbilder München & Co

Will man es allen Bewohnern Recht machen, muss man an allen Ecken und Enden Kompromisse eingehen - und selbst dann wird es viele Unzufriedene geben. Wie man es generell anders machen könnte, zeigt z.B. München auf. Nur: dafür ist der Zug in Wien bereits abgefahren, zu ertragreich sind die Parkpickerl für das Geldbörserl der Stadt. Außerdem würde die Stadtregierung ihr Gesicht verlieren, wenn sie auf die Forderungen der Opposition eingehen würde - eine traurige, im politischen Alltag aber ganz normale Situation.

Ihre Meinung zählt

Wir wissen, dass unser Diskussionsforum zu diesem Thema (Hietzinger Diskussionsgruppe „Parkpickerl“) auch von einflussreichen Bezirkspolitikern gelesen wird. Ihre Vorschläge und Meinungen kommen also an. Vielleicht haben ja SIE die Lösung?


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03.01.2016, 14:39

Es ist unbegreiflich, dass nicht die Lösung , wie sie auch im 14. Bezirk getroffen wurde, nämlich dass nur Teile des Bezirks, und zwar die von Pendleranstürmen besonders betroffenen plus noch einigen "Pufferzonen" zu Pickerlzonen erklärt wurden. Wieso wird das für Lainz, Speisung, Gebiete um die Hermesstrasse etc. nicht auch zur Diskussion gestellt? Diese Gebiete dienen gebetsmühlenartig als Grund für eine gesamte Ablehnung.Die Keule mit der "Abzockerei" wird auch brav geschwungen, obwohl das Pickel ganz sicher zum Wohlbefinden der Anwohner und auch der nur kurz parkenden Einkaufenden geführt hat.Es gibt halt einmal nichts "gratis", daran sollten sich die Bürger gewöhnen! Parkgaragen und Kurzparkzonen kosten auch Geld und werden doch - wenn vorhanden! - gerne angenommen.DI Ingrid Goldnagl

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