Faultier in Schönbrunn geboren

Was den Nachwuchs angeht, sind die Zweifingerfaultiere im Tiergarten Schönbrunn keineswegs faul.

Foto: Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky

Faultier in Schönbrunn geboren

01.07.2014

Seit etwa sieben Jahren leben die beiden Faultiere Alberta und Einstein im Vogelhaus. Am 27. Mai ist ihr bereits fünftes Jungtier zur Welt gekommen. Bislang war das Kleine allerdings etwas fotoscheu. „Das Jungtier klammert sich das erste halbe Jahr im kuscheligen Bauchfell der Mutter fest und liegt meist gut versteckt auf ihr wie in einer Hängematte“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Außerdem ist ihr Name Programm: Mindestens 14 Stunden am Tag dösen die Faultiere gemütlich vor sich hin.

Zweifingerfaultiere sind in Südamerika heimisch. Egal ob sie schlafen, fressen, sich paaren oder Jungtiere zur Welt bringen: Ihr ganzes Leben spielt sich kopfüber hängend in den Baumkronen des Regenwaldes ab. Ihre langen, gebogenen Krallen geben ihnen in den Ästen Halt. Schratter: „Das Zeitlupentempo der Faultiere ist eine Anpassung an ihre Lebensbedingungen. Für ihre Nahrung – Blätter, Knospen und Früchte – müssen sie nicht schnell sein. Auch weil die pflanzliche Kost wenig Energie liefert, hat sich die langsame Lebensweise bewährt. So verbrauchen sie weniger Energie. Und wer nicht hektisch durch das Geäst springt, wird von Feinden nicht so leicht entdeckt“.

Das Schönbrunner Faultier-Weibchen Alberta ist eine erfahrene Mutter. Das Kleine wird etwa ein halbes Jahr lang gesäugt. Es nascht aber schon jetzt Grünzeug. Einen Namen wird das Jungtier noch länger nicht bekommen, weil man das Geschlecht nicht sehen kann, solange seine Mutter es durch das Gehege trägt. Ob es ein Weibchen oder ein Männchen ist, spielt aber ohnehin erst dann eine Rolle, wenn für den Nachwuchs ein neues Zuhause gesucht wird. Mit rund eineinhalb Jahren wird das Jungtier, wie zuvor seine Geschwister, den Tiergarten im Rahmen des Europäischen Zuchtbuchs (ESB) verlassen und in einem anderen Zoo einen Platz zum Faulenzen finden.


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