Otto-Glöckel Schule
Otto-Glöckel Schule
Otto-Glöckel Schule

Otto-Glöckel Schule

Die Lehranstalt wurde 1945 nach Otto Glöckel, dem Initiator der Schulreform 1919, benannt.

„Seine vierte Volksschulklasse zählte 60 Kinder, zwei Drittel davon waren Repetenten. Etliche Kinder schliefen vor Müdigkeit während des Unterrichtes, weil sie bis tief in die Nacht als Kegelbuben beschäftigt gewesen waren oder bereits am frühen Morgen Milch, Brot und Zeitungen zugestellt hatten. Der größere Teil dieser bedauernswerten Wesen hatte wegen der elterlichen Armut nicht einmal ein Mittagessen (…)“

(Otto Glöckel war 1892 provisorischer Unterlehrer in der Nähe der Schmelz im 14. Wiener Gemeindebezirk)

Der Wiener Schulbau erreichte in der Zwischenzeit einen qualitativen Höhepunkt. Während in der Zeit von 1900 bis 1918 bis 1982 Schulen errichtet wurden, kam es zwischen 1918 und 1945 infolge des Geburtenrückganges nur zu vier Schulneubauten. Bei diesen wurden jedch die Erkenntnisse, welche seit der Jahrhundertwende auf diesem Gebiet gemacht werden konnten, voll berücksichtigt. Die Gebäude sind durch großzügige Lichtzufuhr in die Klassen, durch breite, helle Gänge und geräumige Stiegenhäuser gekennzeichnet. Sport-gerechte Turnhallen und großzügig bemessene Außenflächen gehören zum Standart.

Otto Glöckel (1874–1935) baute die von ihm als sozialdemokratischem Unterstaatssekretär 19919 initiierte Schulreform in seiner 1927 erreichten Funktion eines zweiten Präsidenten des Wiener Stadtschulrates aus. Seine eigenen Erfahrungen als Lehrer sowie ein soziales Engagement bestimmten die nicht unumstrittenen Reformen. Die geplante „Allgemeine Mittelschule“ der Elf- bis Vierzehnjährigen gilt bis heute als Ansatz für die ebenfalls politisch umstrittene Gesamtschule der Zehn- bis Vierzehnjährigen. Vehement kritisiert wurde auch seine ablehnende Haltung gegenüber den katholischen Privatschulen.

Allgemein anerkannt sind Einführungen wie die Weiterbildung der Lehrer in Arbeitsgemeinschaften, die Einbeziehung der Elternvereine in den Ausbau der Schulen oder die Schaffung von Zahnkliniken und Schularztposten. Unbestätigt ist die Ansicht, Otto Glöckel selbst hätte die Initiative für den unter dem Bürgermeister Richard Schmitz errichteten Hauptschulbau in der Veitingergasse ergriffen. Es wurden jedoch ohne Zweifel in dieser Schule wesentliche Kriterien der Auffassungen Glöckels verwirklicht. Dazu gehört der handlungsorientierte Unterricht, wie er z. B. in den Fächern Kochen und Werken zum Tragen kommt. Die Lehranstalt wurde 1945 nach Otto Glöckel benannt; seine von Sepp Haberl-Calo geschaffene Büste steht im Gang des Hochparterres. Planverfassung und Bauleitung oblagen dem Wiener Stadtbauamt; die Inneneinrichtung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft.

1994 wurde ein neuer Turnsaaltrakt mit zwei Turnsälen errichtet. In dem vor allem in den dreißiger Jahren auch international anerkannten Schulbau wird gegenwärtig (1996) ein Schulversuch als „Schulverbund Mittelschule“ geführt: Es unterrichteten AHS- und Hauptschullehrer gemeinsam nach dem Lehrplan des Realgymnasiums. […]

Veitingergasse 9

Baujahr: 1933/34
Bauträger: Wiener Stadtbauamt

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