Steinlechnergasse 16
Steinlechnergasse 16
Steinlechnergasse 16

Steinlechnergasse 16

Dieses Projekt für ein Wohnhaus der Gemeinde Wien wurde nie verwirklicht.

Das leider nicht zur Ausführung gelangte Projekt eines Wohnhauses der Gemeinde Wien ist durch Mietermitbestimmung, durch die Lage des Grundstückes zwischen Straße und Verbindungsbahn sowie durch energetische Optimierung charakterisiert.

Mietermitbestimmung im allgemeinen betrifft nicht nur die einzelnen Wohnungen, sondern sollte auch die Gemeinschaftsräume mit einschließen. Ziel ist hiebei, eine möglichst gute Ausgewogenheit zwischen Individualität und Gemeinschaft zu finden, wobei allerdings Kontaktaufnahme nicht erzwungen werden sollte. „Wichtig ist die Türe, die nach draußen führt.“ Der Vorteil der selbstgewählten Nachbarschaft und Gemeinschaft liegt vor allem in der Entlastung bei der Kinder- und Altenbetreuung; die besonders im städtischen Raum kaum noch anzutreffende Großfamilie mit differenzierter Aufgabenteilung könnte – in abgeänderter Form – wieder zum Tragen kommen. Die Schwierigkeiten dieser Wohnform bestehen darin, einen Konsens zwischen den verschiedenen Meinungen (relativ lange Planungsphasen) zu finden, eine geringe Flexibilität in der Gestaltung des späteren Lebens (die Gemeinschaft ist eine Verpflichtung auf Dauer) in Kauf zu nehmen, den möglichen Mangel an Solidarität zu tolerieren und eine auf eine bestimmte Familie zugeschnittene Wohnform im Falle des Umzuges einer anderen aufoktroyieren zu müssen.

Im Beispiel des Projektes Steinlechnergasse ermöglicht die Scheibenbauweise mit variablen Zwischenwänden die Planung der 16 Wohnungsgrundrisse unter Einbeziehung der zukünftigen Mieter. Das Projekt wurde sowohl aus finanziellen Gründen wie auch wegen der Probleme, die das Nutzungsrecht des Baugrundes betrafen, nicht realisiert. […]

Steinlechnergasse 16

Projekt: 1982/83
Architekt: Ottokar Uhl

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