Hietzinger Hauptstraße 138
Hietzinger Hauptstraße 138
Hietzinger Hauptstraße 138

Hietzinger Hauptstraße 138

1905 wurde der Baumeister Adalbert Witasek beauftragt, ein viergeschoßiges Miethaus zu errichen.

Vor der Errichtung dieses Miethauses lag auf dem Grundstück, das bis zur Rohrbacherstraße reichte, lediglich der heute noch bestehende, langgestreckte, ebenerdige Bau mit der Adresse Rohrbacherstraße 7.

1905 wurde durch den Baumeister Adalbert Witasek für den Gärtnereibesitzer Michael, das viergeschoßige Miethaus errichtet. Der Zinsertrag war für den Auftraggeber als Rente gedacht.

Die streng im orthogonalen System gehaltene Fassade ist mit einem mehrfach zart abgestuften Eingangsbereich ausgestattet, der sich über die Tief- und Hochparterrezone erstreckt. Der Eingang ist um eine Achse aus der Mitte gerückt; dies wird aus dem Grundriß verständlich, der mit Abweichungen einem Parallelogramm entspricht und gartenseitig in der Mitte das Stiegenhaus zeigt. Da dieses in der Eingangsachse gesetzt ist, kann der straßenseitige Eingang nicht in der Fassadenmitte liegen.

Die bis zum gekröpften Gesims unter dem ersten Obergeschoß reichenden Fassadenflächen sind mit einem stark ausgeprägten Polstermauerwerk versehen. Diese deutliche plastische Hervorhebung wird bei den unterhalb der Fenster des ersten und zweiten Obergeschoßes liegenden Rahmenfeldern fortgesetzt. Demgegenüber bilden die fein aufgerauhten Putzflächen und die im zweiten Obergeschoß zart vorgenommene Flächendekoration mit Wellen-, Kreis- und Dreiecksformen einen Kontrast. Ein betont hervortretendes Dachgesims mit darunter liegender Zierleiste schließt den Bau nach oben ab.

Details dieser Fassade zeigen eine auffallende Ähnlichkeit mit einzelnen Dekorationselementen der Fassade des Miethauses in Wien V., Linke Wienzeile 68, das 1902 von Josef Plecnik gebaut wurde. Im Inneren des dokumentierten Hauses sind pro Stockwerk zwei Wohnungen mit Vorraum, WC, Küche, zwei Zimmern und einem Kabinett konzipiert. Die erwähnte Form der Grundgrenzen führte dazu, daß manche Räume spitze und stumpfe Winkel haben. Die Grundflächen der ursprünglich ohne Bad geplanten Wohnungen betragen ca. 90 m2.

Hietzinger Hauptstraße 138

Baujahr: 1905
Architekt: Adalbert Witasek (Bauausführung)
Bauherr: Michael Taus

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