Schweizertalstraße 44
Schweizertalstraße 44
Schweizertalstraße 44

Schweizertalstraße 44

Ursprünglich sollte der alte Bau für den gewachsenen Raumbedarf adaptiert werden, dies scheiterte jedoch an den Bauvorschriften.

Auf dem zur Straße stark abfallenden, relativ schmalen Grundstück stand das Elternhaus des Bauherrn. Der ursprüngliche Plan, es für den gewachsenen Raumbedarf zu adaptieren, scheiterte an den Bauvorschriften. Der schwere Entschluß, das alte Gebäude abzutragen und durch einen Neubau zu ersetzen, erfolgte nach eingehenden Gesprächen zwischen Bauherrschaft und Architekt. Die Richtigkeit der Entscheidung wird von der Ansicht der Besitzer belegt, daß sie auch heute – nach sieben Jahren des Bewohnens – das Haus auf gleiche Weise planen würden.

„Erlebbarkeit der Dreidimensionalität, psychologisch wirksamer Einsatz der Innen- und Außenraumgestaltung, Umsetzung eines Gesamtraumes mit unterschiedlichen Wertigkeiten und Behaglichkeitsanspruch oder auch Akzentuierung durch Einsatz des natürlichen und künstlichen Lichtes waren Ausgangspunkte des architektonischen Konzeptes.“

Der gegen die Straße zu hermetisch abgeschlossen wirkende Bau läßt auf den ersten Blick die Vielschichtigkeit seiner inneren Struktur kaum erahnen. Das eher Abweisende dieser Fassadenseite wird lediglich durch Details wie die nach oben zu vorgewölbte und in der Art einer Attika gestaltete Wand, durch den schmalen, halbrunden „Balkon“ sowie durch die Verdachungen von Eckfenster und Eingangsbereich gemildert. Durch die hochgezogene Wand tritt das tonnengewölbte Dach zurück – der Bau erscheint lediglich zweigeschoßig. Dieses an Loos'sche Konzeptionen erinnernde „Kunststück“ ist nicht nur den Raumgewinn betreffend eine geglückte Lösung, das Dach bildet durch die asymmetrische Form in der Seitenansicht – gegen die Straße zu mündet der Kreisbogen in eine schräg angesetzte Gerade – die Form eines Helmes und stimuliert damit die Assoziation des Begriffes „Schutz“. Daß der „Helm“ – wenn auch nicht unmittelbar sichtbar – vor allem durch die senkrecht gesetzten schmalen Fenster an der Straßenseite wie ein geschlossenes Visier wirkt, ergänzt den Eindruck von Distanz. [...]

Schweizertalstraße 44

Baujahr: 1989–91
Architekt: Gert M. Mayr-Keber

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