Lainzer Straße 77
Lainzer Straße 77
Lainzer Straße 77

Lainzer Straße 77

An der Aufteilung der einzelnen Räume ist zu erkennen, dass das Haus von anfang an für die Vermietung bestimmt war.

Der zweigeschoßige Bau wurde für den Gemeinderat und Fuhrwerksbesitzer Josef Fashold (1822–93) errichtet. Seine Stellwagen verkehrten zwischen Hietzing und dem Petersplatz, die Spritzwägen fuhren von Hietzing nach Mauer.
Ursprünglich führte die mit Bäumen bepflanzte Lainzer Straße an dem 20 m langen und 11 m breiten Haus in ca. drei Meter Enfernung vorbei. Das Aussehen der Gegend um 1850 vermittelt ein Aquarell aus dieser Zeit, das ein ebenerdiges bäuerliches Anwesen zeigt. Es ist das h. Haus Lainzer Straße 75, welches 1874 aufgestockt wurde. Auf dem freien Grundstück rechts daneben wurde 1866 von Josef Wenz das Haus Lainzer Straße 77 errichtet. Anschließend ist eine Scheune zu sehen, die zu einem Anwesen an der Stelle des heute dort stehenden Hauses Lainzer Straße 79 gehörte. Diese Scheune stand bis in die zweite Hälfte der vierziger Jahre unseres Jahrhunderts. Im Vordergrund des Aquarells ist der Beginn der h. Beckgasse zu erkennen.

Das Haus Lainzer Straße 77 erinnert äußerlich an den Typus des Biedermeier-Landhauses, hatte jedoch von Anfang an eine andere Bestimmung. Aus den Grundrissen ist eine Aufteilung in mehrere Wohnungen pro Geschoß erkennbar, sodaß mit ziemlicher Sicherheit schon anfangs auch an das Vermieten gedacht war. Im Erdgeschoß befand sich ursprünglich für die auf der linken Seite der Einfahrt gelegene Wohnung ein zweiter von der Straße aus zu betretender Eingang. Dies läßt auf eine Verbindung von der Wohnung mit einem Geschäftslokal schließen.

Anfänglich befanden sich an der Südseite des Hauses ein Brunnen sowie die Senkgrube. Der Lainzer Bach floß bis zu seiner Einwölbung im Jahre 1896 durch den Garten. 1912 erfolgte ein Anbau für die Unterkunft des Portiers.

Lainzer Straße 77

Baujahr: 1866
Architekt: Josef Wenz

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