Wohnhausanlage Josef Afritsch
Wohnhausanlage Josef Afritsch
Wohnhausanlage Josef Afritsch
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Wohnhausanlage Josef Afritsch

Die Bungalow-Siedlung am Küniglberg folgt dem Prinzip des verdichteten Flachbaus.

Am Osthang des Küniglberges, neben dem ORF-Zentrum, ist eine der jüngsten Siedlungen des 13. Bezirks zu finden: die nach dem Wiener Kommunalpolitiker und Innenminister benannte Wohnhausanlage Josef Afritsch. Sie wird auch „Siedlung Alban-Berg-Weg” genannt, weil dieser quer durch die gesamte Anlage führt und sie in einen Ost- und Westteil trennt.

Entworfen wurde die Siedlung von Architekt Roland Starzen. Da er noch vor der Erledigung dieses Auftrages bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückte, wurde das Architektenehepaar Traude und Wolfgang Windbrechtinger von der Planungsgesellschaft „Projektbau” beauftragt, das Bauvorhaben zu vollenden. In den Jahren 1963-65 wurde die Siedlung errichtet. Bauherr war die „Volksbau” Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft m.b.H., die zu Beginn der sechziger Jahre das damals noch unbebaute Areal zu günstigen Konditionen erworben hatte.

Das rautenförmige Grundstück umfaßt eine Fläche von 150 m x 140 m (Garagen und Autoabstellplätze ausgenommen). Da die Hänge des Küniglberges für die geplante Siedlung zu steil verliefen, entschloß man sich, eine nach Norden, Süden und Osten hin leicht abfallende Ebene aufzuschütten und zu planieren, um die einzelnen Parzellen möglichst eben zu gestalten, was eine effizientere Ausnutzung der vorhandenen Grundfläche durch die Bewohner ermöglicht. Die Siedlung wurde somit auf dem Niveau der Hügelkuppe errichtet. Dieser Standort hat den Nachteil, daß die 43 Einfamilienhäuser zur Gänze einem bisweilen starken Wind ausgesetzt sind. Da dies im besonderen die Nutzung der Gärten durch die Bewohner negativ beeinflußt hätte, entschloß man sich, am Westrand, also auf der Seite der Kuppe, schützende mehrgeschoßige Wohnhäuser zu errichten. „Zeittypisch ist die Kombination mit dem Geschoßbau, der als 'Windschutz' motiviert wurde, vermutlich aber eher das Risiko einer neuen Wohnform halbierte.“

Die gesamte Anlage ist verkehrsfrei. Gegen die Straßen (Elisabethallee, Wattmanngasse, Würzburggasse) schirmen Bäume und Sträucher, eine Mauer sowie Garagen und Autoabstellplätze die Siedlung ab. Der öffentlich zugängliche Alban-Berg-Weg bildet den Hauptzugang zu den in Zeilen angeordneten bungalowartigen Einfamilienhäusern, die über Privatwege zu erreichen sind. Diese Zugänge sind durch versperrte Gittertüren gegen den öffentlichen Weg hin abgeschlossen. Die Gartenzäune sind relativ niedrig gehalten und aufgrund der dichten Begrünung oft schwer auszumachen. […]

Jedes Haus verfügt über einen ca. 500 m2 großen Garten, dessen besonders dichte Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und Hecken auffällt. Sie wurde von den Architekten mitgeplant. Ziel war es, auch den Garten von Lärm, Einblick durch Nachbarn und Fußgänger gänzlich abzuschirmen. Durch Maßnahmen wie diese wurde es möglich, trotz komprimierter Bebauung des Areals den individualistischen Charakter der Siedlung zu bewahren. Ein gemeinschaftlicher Vorgartenstreifen für jeweils drei Häuser rundet das Erscheinungsbild der einzelnen Objekte ab.

Als Baumaterialien fanden vor allem Beton, Ziegel und Holz Verwendung. Die leicht abfallenden Blechdächer bestimmen in hohem Maße das Aussehen der Siedlung. […]

Alban-Berg-Weg 1–11, 2–14

Bauzeit: 1963–65
Architekten: Roland Starzen, Traude und Wolfgang Windbrechtinger
Bauträger: „Volksbau“ Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft m.b.H.
Objektanzahl: 43 Einfamilienhäuser

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Traude Windbrechtinger

Die Architektin wurde Graz geboren und plante gemeinsam mit ihrem Mann unter anderem das Ekazent in Hietzing.

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