Die Geschichte des Aquarien- & Terrarienhauses im Tiergarten Schönbrunn
Die Geschichte des Aquarien- & Terrarienhauses im Tiergarten Schönbrunn
Die Geschichte des Aquarien- & Terrarienhauses im Tiergarten Schönbrunn

Die Geschichte des Aquarien- & Terrarienhauses im Tiergarten Schönbrunn

An dieser Stelle stand ursprünglich der „Hühnerhof“. Das Areal wurde durch Bombardierungen 1945 fast komplett zerstört.

1752 entsteht im Bereich des heutigen Aquarien- Terrarienhauses der bis zum Ende der Monarchie so bezeichnete „Hühnerhof“. Der Hof ist mit einem künstlichen bach versehen und mit Begrenzungsmauern gegen das Areal des Verwaltungsgebäudes und die heutige Hietzinger Allee abgeschlossen.

Mitte des 19. Jahrhunderts entsteht an der Südseite des Hühnerhofes eine neue Voliéreanlage für verschiedene Hühnerarten. Der Hof erhält auch eine mit kleinen Teichen durchsetzte Wiese, auf der Sumpf- und Stelzvögel gezeigt werden. Für die neuen Bewohner wird an der Hietzinger Allee als beheiztes Winterquartier ein Sumpfvogelhaus errichtet, das auch zur Beherbergung von Reptilien dient.

1890 erfolgt schließlich die Adaptierung des im Hühnerhofs befindlichen Gebäudes als „Straußen- und Reptilienhaus“. Im nordwestlichen Bereich werden Unterkünfte für Kleinraubtiere und Fasane angebaut. Auch das Sumpfvogelhaus wird vergrößert und neu eingerichtet. Im Hof entsteht eine große Voliéreanlage für die Sumpf- und Stelzvögel. Ab 1910 beherbergt das Straußen- und Reptilienhaus auch einige Vertreter der „Zahnarmen“, darunter ein Zuchtpaar des großen Ameisenbären.

Ab 1923 wird die Einrichtung als Gaststätte verpachtet. Die Strauße werden im neuen Gehege am Ententeich untergebracht, die verbliebenen Reptilien zusammen mit Fischen im Sumpfvogelhaus.

Auswirkungen des Zweiten Weltkrieg
Durch die Bombardierungen im Februar 1945 werden alle Tierunterkünfte in diesem Areal entweder stark beschädigt oder zerstört. Ende der Fünfzigerjahre wird das neue Haus (im historischen Stil) wieder eröffnet. Ein Krokodilpavillon ist neu hinzugekommen. Die Anlage ist die größte Europas und zählt zu den modernsten ihrer Art.

Bereits 1955 wurde im Rahmen des „Wiederaufbauprogramms“ das Sumpfvogelhaus neu errichtet. Es wird heute als „Südamerikahaus“ verwendet, in dem Ameisenbären, Maras und Seriemas gepflegt werden.

Im Jahr 2000 werden nach zweieinhalbjähriger Bauzeit das neu eingerichtete Aquarien- und Terrarienhaus und der neu gestaltete Krokodilpavillon ihrer Bestimmung übergeben. Im Krokodilpavillion können Nilkrokodile erstmals auch unter Wasser beobachtet werden. Den Luftraum beleben afrikanische Kleinvögel und exotische Schmetterlingsarten.

Zu den besonderen Attraktionen der Anlage gehören das größte lebende Korallenriff Österreichs, ein Acrylglas-Tunnel, hinter dem die „Lebenswelt Amazonas“ zu sehen ist, und eine der weltweit größten Zuchtanlagen für die vom Aussterben bedrohten Nashornleguane.