Die Ausstattung der Schlosskapelle Schönbrunn

Ein Deckenfresko, der Hochaltar sowie zwei Seitenaltäre und mehrere Skulpturen machen die Schlosskapelle zu einem Schmuckstück.

Die Ausstattung der Schlosskapelle ist uns schon aus einem Inventar vom Jahre 1728 überliefert. Danach war die Kapelle „seit ihrer Fertigstellung“ das heißt, schon zur Zeit Josephs 1. (1678/1705-1711) – als dessen Residenz ja Schönbrunn von Leopold 1. (1640/1658-1705) zunächst geplant war – für die Abhaltung von Gottesdiensten eingerichtet. Joseph 1. hat sich schon seit 1700, also bereits vor seiner Kaiserwahl (1705) oft in Schönbrunn aufgehalten. Sicher brachte er dem Schlossbau auch sein persönliches Interesse entgegen, hatte er selbst doch Fischer von Erlachs Unterricht in Architektur genossen.
Dem erwähnten Inventar zufolge war die Schlosskapelle für die Feier der Hl. Messe und für den Seelsorgedienst vollständig eingerichtet. Das Inventar verzeichnet: Drei Altarbilder (Hochaltar und zwei Seitenaltäre) und vier kleine Bilder; mit Ausnahme des Hochaltarbildes leider ohne Themenangabe; ein braun gefasster und vergoldeter „Tabernacul, eine Canzel und vier Stühl und Stafel für die Hl. Hl. Geistlichen, zum hohen Ambt sechs Kirchenstühl und vier für die Musicanten…“ auch Ornate und Beichtstühle.

Möglicherweise wurden dann schon unter Kaiser Karl VI. (1685/1711-1740) Veränderungen der Ausstattung vorgenommen. Die Frage, ob und inwieweit Karl VI. nach der Übernahme des Schlosses von seiner Schwägerin, der Witwe Josephs I., Wilhelmine Amalia (1673-1742), deren Witwensitz es bis 1722 war, die Kapelle neu einrichten ließ, bleibt offen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kommt nach einer unbestimmten Quelle lt. Älterer Literatur in erster Linie ein Wechsel des Hochaltarbildes (Hl. Magdalena/Mariä Vermählung) in Betracht. Raschauer konnte diese Hypothese jedenfalls nicht ausschließen. Dagegen spricht, dass der Patroziniumswechsel von Maria Theresia angeordnet wurde. Der ehemalige Schlosshauptmann von Schönbrunn, Josef Glaser datiert daher in seiner „Schönbrunner Chronik“ (Lt. Verz. Nr. 2) den Austausch des Hochaltarbildes in die Zeit der Mariatheresianischen Kapellenerneuerung 1743/1745.

Das Deckenfresko
Das Deckenfresko aus dem Jahre 1744 von Daniel Gran (1694-1757) erinnert an das ehemalige Patrozinium. Maria Magdalena blickt in andächtiger Haltung zu den Personifikationen der drei göttlichen Tugenden – GLAUBE HOFFNUNG LIEBE – auf. Unverkennbar trägt die Allegorie mit dem Herz als Symbol der Liebe (caritas) in der rechten Hand, die Züge der Auftraggeberin, der jungen Maria Theresia.In das zweite Feld der Decke malte Gran in seinen hauchzarten Farben musizierende Engel.

Der Hochaltar
Der Hochaltar war, dem alten Patrozinium entsprechend, der Hl. Maria Magdalena gewidmet. Wie heute, war der Altarraum von einem großen Altarbild beherrscht. Es wurde schon im Inventar von 1728 verzeichnet (Lit. Verz. Nr. 2) und ist lt Dehio (Lit Verz. Nr. 6) ein um 1707 geschaffenes Werk von Johann Michael Rottmayr (1652-1730); der Künstler war seit 1696 kaiserlicher Hofmaler. Das Altarbild zeigt eine Vision der Hl. Magdalena. Nach dem zeitlich nicht sicher feststellbaren Wechsel des Hochaltarbildes gelangte das Rottmayr-Werk in die ehemalige Hofpfarrkirche St. Augustin. Dort ist es uns bis heute am vordersten Seitenaltar rechts, links neben dem Zugang zur Georgskapelle und Herzgruft der Habsburger, erhalten.