Hietzing in der Altsteinzeit

Schon in der Altsteinzeit war Hietzing von Menschen besiedelt- das beweist ein Fund aus Lainz.

Dort, wo schriftliche Quellen noch schweigen, sind es die Bodenfunde, die Licht in das Dunkel der Vergangenheit bringen. Gerade die ältesten Zeugnisse der Geschichte unserer Heimatstadt Wien finden sich in unserem Bezirk. All das ist kein Zufall, denn die Gesteinsart, die der Mensch zur Herstellung von Werkzeugen benötigte, gibt es hier reichlich. Seit dieser Zeit sind die menschlichen Ansiedelungen fast lückenlos nachvollziehbar.

Schon in der Altsteinzeit lebten hier Jäger, die das Mammut jagten und in einer harten und gefahrvollen Umwelt lebten. Mit diesen urwüchsigen, kräftigen und sehr mutigen Menschen beginnt die Altsteinzeit, die bis ca. 10.000 Jahre vor Chr. dauerte. Im Jahre 1969 stieß man bei Erdarbeiten in Lainz auf einen Knochen, der sich als Rest eines Mammutstoßzahnes erwies. In weiterer Folge kamen an der Fundstelle des Zahnes auch Hornsplitter zum Vorschein. Dies deutete auf eine Bearbeitung durch Menschenhand hin. Das war ein Alarmzeichen und die entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen wurden eingeleitet.

Als man auch Steinwerkzeuge bergen konnte, ergab sich anhand der typologischen Eigenart dieser Geräte eine Möglichkeit zur Altersbestimmung. Man hatte eine Station der Mammutjäger entdeckt, die hier in Lainz vor rund 20.000 bis 25.000 Jahren lebten. Mit dieser Erkenntnis, die in Hietzing erstmals für den Raum von Wien gewonnen wurde, gelang es nun, das erste sicher nachweisbare Erscheinen des Menschen in unserer Heimatstadt um ca. 15.000 Jahre früher anzusetzen.

Doch die Eiszeitgletscher gingen zurück und die tundrenartige, fast Baumlose Landschaft bedeckte sich mit dichten Urwäldern. Das Klima wurde feuchter und wärmer, der Beginn der Mittelsteinzeit.